Ingrid Ullrich | „Meine bunte Welt“ Malerei und Objekte
25.09.2026 - 04.10.2026 |
KÜNSTLER IM TOLLENSETAL #3
Ausstellung in der Taverne auf Burg Klempenow
26.09. bis 4.10.2026
Vernissage: 25. September 2026 um 18 Uhr

Ingrid malt sich ihre Welt bunt
Ich komme aus einer Großfamilie und bin das siebte Kind und die Jüngste. Damals gab es keine großen Extrawünsche, denn alles war knapp und für meine Mutter viel zu viel mit so vielen Kindern.
Als ich vielleicht sechs Jahre alt war, unterhielten sich meine Eltern darüber, was aus mir werden soll. Mein Vater fragte: „Willst du eine Künstlerin werden?“ Und ich sagte: „Oh ja!“ Meine Mutter schimpfte los, dass das gar nicht geht: „Damit kann man kein Geld verdienen!“ So war mein Schicksal vorprogrammiert.
Als ich vielleicht sechs Jahre alt war, unterhielten sich meine Eltern darüber, was aus mir werden soll. Mein Vater fragte: „Willst du eine Künstlerin werden?“ Und ich sagte: „Oh ja!“ Meine Mutter schimpfte los, dass das gar nicht geht: „Damit kann man kein Geld verdienen!“ So war mein Schicksal vorprogrammiert.
In der Schule im Zeichenunterricht, den ich sehr gerne mochte, gab es einen Lehrer, Herrn Vogel. DieserMann sah für mich auch aus wie ein Vogel und war riesenlang… Er sagte zu meinen Zeichnungen: „Das kannst du nicht!“ Ich wurde krank und hörte auf zu zeichnen.
Erst nach vielen Jahren, in denen ich meine wilden Jahre hatte und viel Zeit für mich, begann ich einfach wieder zu malen und fand meine Freude und Kreativität zurück. Davor hat sich die Welt gewaltig gedreht. 1989 war die Wende und so lebte ich meinen Traum von der großen Freiheit. Ich bekam meine Tochter Maria. Wir wanderten aus in die Slowakei und kamen 1997 wieder zurück. Ich lebte davor in Schwerin und hatte da ein ganz gut geordnetes Leben. Aber es war klar: In die Stadt zurückzukehren, ist ausgeschlossen.
Ja, in einem Dorf zu leben, das fand ich gut. Am Rand, wo es nicht so viel Arbeit gibt. Denn ich entschloss mich, eine der glücklichen Arbeitslosen zu werden und meine eigenen Aufgaben zu finden für ein Leben mit der Natur und den Tieren, so wie wir es intensiv in der Slowakei lebten. Ich bin zufällig in dem Dorf Hohenbüssow gelandet. Wir durften in einem alten Lehmhaus wohnen, das man immer gut lüften musste. Das fand ich urig und ehrlich. Wir fühlten uns wohl und blieben.
Hinzu kam, was ich erst später erfuhr, dass dieses Dorf den Ruf hat, dass da „die Künstler wohnen“. Oh, wo bin ich da gelandet? Ich spürte, das sind Menschen, die mir gut tun. Zugleich wurde mir auch klar, dass das Denken über bestimmte Sachen auch ganz anders war als anderswo: Alle fanden es romantisch, dass der Garten oder das Dorf wild zugewachsen sein darf, und ich fand das auch. So einiges ergänzte sich gut. Im zweiten Sommer stellte ich mir in meinen Garten einen Bauwagen und eine Bank, eine Außenküche und davor ein Tipi auf. So begann mein wildes, freies Leben.
Ich hatte die Inspiration, wie wunderbar das Leben ohne den vielen Konsumballast ist, wurde Minimalistin und wohnte in dem 8-Meter-Bauwagen mit Küchenhexe. Ich musste lernen, alleine zu sein, was für mich sehr schwierig war, da ich in einer Großfamilie aufgewachsen bin. Dies sehe ich heute als einen Schatz, der zu mir gehört. Damit entdeckte ich meine Talente, die in mir schlummerten. Und auch die Zeit habe ich für dieses Leben. Die natürlichen Gegebenheiten um mein Zuhause zeigten mir das Lebendige zum Leben, das singt und tanzt, und ich fing wieder an zu malen. Es kommt so aus mir heraus – einfach so ein Gefühl von Glück und Zufriedenheit.
Ist die Lebenskunst der Schlüssel zur Kunst oder ein Studium der Schlüssel zum Künstler? Wahrscheinlich gibt es so einige Wege, um dorthin zu kommen, und darauf kommt es an.
Ingrid Ullrich im September 2026
