Burg Klempenow | Ausstellungen 2026-2009
Aus einem Freundeskreis heraus entstand 1991 unser Verein Kultur-Transit-96 mit dem Ziel, die Burg zu sanieren und kulturell zu beleben. Wir sehen Kultur in der Spannung zwischen Geschichte und Gegenwart.
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Ausstellungen 2026 – 2009

Kunstausstellungen auf Burg Klempenow sind Behauptung gegenüber der baulichen Hülle. Jeder ihrer Steine, Nischen, Bruchstellen scheinen Geschichten von Macht und Stärke, Verfall und Vergessen zu erzählen. Die behutsame Restaurierung ermöglicht dies zu erleben, wie auch die Entfaltung zeitgenössischer Kunst in einer Atmosphäre des Innehaltens, des sich Besinnens und der Kontemplation.

2026

DER TRAUM VOM ANDEREN DEUTSCHLAND | 01.07.2026 - 30.07.2026

Friedensbibliothek-Antikriegsmuseum der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg • Bilder und Texte zur Inflation und Arbeitslosigkeit in der Weimarer Republik, zum gleichzeitigen Erstarken der NSDAP, zu den Jahren des Dritten Reiches und zum Widerstand der Weißen Rose.

Lisa-Marie Steude | „IN TOUCH“ | 31.07.2026 - 20.09.2026

Foto: Vincent-Ernst-Bartels

Gezeigt werden Installationen und Skulpturen, die sich durch Schwingung und Klang in eine weitere Dimension entfalten oder mit denen man in Berührung kommen kann.

Vernissage: Freitag, 31. Juli 2026 um 16 Uhr

Einführung von Susanne Burmester 

Ort: Burgsaal, Braustube und Außenbereich auf Burg Klempenow
Laufzeit: 1. August – 20. September 2026

Vorführung der Arbeit „Berühren“ mit der Künstlerin

So 23.8., 16–17 Uhr, Sa 6.9., 13–14 Uhr So 20.9., 16–17 Uhr  

Gezeigt wird eine eigens für die Ausstellung angefertigte Soundinstallation, die sich auf die Geschichte der Burg und des Tollensetals bezieht. Außerdem sind Installationen und Skulpturen der Künstlerin zu sehen, die sich durch Schwingung und Klang in den erweiterten Raum entfalten oder die mit dem Publikum interagieren.   

Lisa Marie Steude interessiert es, Menschen und Dinge in Beziehung zu setzen.  Ihre Arbeiten ermöglichen es, wortwörtlich in Berührung mit Kunst zu kommen und diese teilweise mitzugestalten. In gewisser Weise nimmt sie sich als Künstlerin zurück, um einen – wenn auch begrenzten – Gestaltungsraum zu geben. Auch wenn sie mit anderen kooperiert, wie zu einigen Werken, die in diese Schau zu sehen sind, geht sie von einem Mehrwert der gemeinschaftlichen Schöpfung aus. 

Sie lädt das Publikum ein, in einen Austauschprozess mit dem Werk einzutreten. Dabei wird auch das Werk selbst zu einem Akteur. Es existiert nicht mehr nur materiell, sondern wirkt in die Umgebung hinein und bezieht schließlich die Betrachter*innen ein. Einige der gezeigten Werke dürfen und sollen berührt werden, um sie in Gänze zu erfahren. Andere werden sogar erst durch eigenes Handeln aktiviert. Zudem ergänzen haptische, olfaktorische und auditive Elemente die rein visuellen Aspekte. Damit wird eine umfassende Erfahrung von hoher Intensität initiiert.

Eigens für die Ausstellung in der Burg Klempenow ist eine 

ortssensitive Soundinstallation entstanden. Dazu hat die Künstlerin in den Burggemäuern und am archäologischen Fundplatz einer Schlacht der Bronzezeit im Tollensetal erforscht und mit Spezialmikrofonen Originalklänge aufgenommen. Damit spekuliert auf die Kraft der Klänge verborgenes Wissen zu bewahren und wieder abzugeben. Indem sie deren klanglichen Eigenwert anerkennt, weist sie auch auf die gestaltende Kraft von Geräuschen hin, die uns oft nicht bewusst ist. 

In ihrer künstlerischen Haltung folgt Lisa Marie Steude der Theorie, dass nur jene Lebewesen im besten Sinne erfolgreich überleben, die symbiotische Beziehungen pflegen – nicht durch Konkurrenz, sondern durch Kooperation werden wir stark. Eine Hypothese die gerade in der heutigen Zeit hochaktuell ist.  

Über die Künstlerin

Lisa Marie Steude (*1990) hat an der Universität der Künste Berlin bei Katja Strunz studiert und war Meisterschülerin von Karsten Konrad. Sie wurde zu verschiedenen Gruppenausstellungen eingeladen, darunter solche im öffentlichen Raum, wie das GRÜNE ZITAT, Leere / Fülle auf dem Rondellplatz Circus in Putbus und zu Land Art Lexow 2025. Aktuell ist ihre Soundarbeit „Under the Surface“ im Dokumentationszentrum Prora zu erleben, die zuvor in der Kunsthalle Rostock gezeigt wurde. In der Edition „Signifikante Signaturen“ der Ostdeutschen Sparkassenstiftung erschien ein Katalog vorgelegt, der durch eine App die Erweiterung in den audiovisuellen Raum erlaubt. Im Herbst dieses Jahres tritt sie das RostockStipendium des Kunstvereins zu Rostock, gefördert durch das Ministerium für Wissenschaft, Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten Mecklenburg-Vorpommern an. 

Susanne Burmester

Susanne Burmester arbeitet seit 1995 als freiberufliche Kuratorin, unter anderem für die Galerie Circus Eins des Kunstvereins Rügen e. V. Seit 2017 ist sie als Mediatorin für Kunst im Bürgerauftrag für die Neuen Auftraggeber Berlin tätig und begleitet Bürgerinitiativen in Mecklenburg-Vorpommern, die Projekte bei Daniel Knorr, Antje Majewski, Amanda Piña und Christoph Schäfer in Auftrag gegeben haben.

Janette Kiran und Galerie Burg Klempenow 

lisamariesteude.com

Olaf Spillner | „KULTURTRANSIT – 35 JAHRE AUF BURG KLEMPENOW“ | 1.07.2026 - 20.09.2026

Fotografie

Fr, 31.7. 17:00 Vernissage
ab 1.8. Ausstellung

Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag, 11–18 Uhr

Ort: Kabinet der Galerie Burg Klempenow

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1991, vor inzwischen 35 Jahren, wurde der Verein Kultur-Transit-96 e.V.  auf Burg Klempenow gegründet. Neben der historischen Burganlage entstehen über die Jahre Kulturstall, Wasserspielplatz, Kanustation, Burggarten mit Biwakplatz, Ausstellungsräume, ein Café und jede Menge Raum für Ideen und Veranstaltungen.

Unermüdliche Enthusiasten, viele Helfer, Handwerker, Einwohner und Freunde räumen auf, reißen Altes ab und bauen Neues auf. Organisieren Veranstaltungen, Märkte, Feste, stellen Kunst aus oder machen selber Kunst. Inzwischen ist der Ort weit über Mecklenburg Vorpommern hinaus ein Begriff und die Besucher kommen aus dem ganzen Land.

Alt und jung begegnen sich hier, Einwohner und Zugezogene, Reisende wie Sesshafte.

Olaf Spillner war als Gründungsmitglied bei den Anfängen dabei und hat über die Jahre ein umfangreiches Archiv mit dokumentarischen Fotografien zum Leben, Arbeiten und Feiern auf der Burg angelegt.

Diese Ausstellung  “Kulturtransit – 35 Jahre auf Burg Klempenow” ist eine Hommage an die vielen Menschen, die sich hier in den 35 Jahren mit eingebracht haben und ohne die der Kulturstandort in dieser Form nicht existieren würde.

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Vita

1956 in Schwerin geboren

1974  Elektriker im Atomkraftwerk Lubmin, 

1976  Fachabitur für Kraftwerksanlagenbaustudium in Zittau 

1977  Raubtierpfleger in Stralsund 

1978  Berlin: Beleuchter u. Kameraassistent bei Staatl. Filmdokumentation, Beleuchter am

BAT des Institut für Schauspielregie, Elektriker (Museumsinsel)… Zeitungsverkäufer,

im Freundeskreis verschiedener Oppositioneller (B. Papenfuß, R. Zabka, Annemirl Bauer…)

1981 Heirat mit Simone Stenzel

1982 Geburt der Tochter Undine

1985 freiberuflicher Künstler in Hohenbüssow

1991 Gründungsmitglied VereinZelt e.V. in Hohenbüssow

Gründungsmitglied Kultur-Transit 96 e.V. in Klempenow

2006 Sanierung des Badehauses in Hohenbüssow 

2009 Herausgabe der Zeitung „Tollensetaler Stimme“

Fotografie intensiviert seit 1978 (s/w in eigener Dunkelkammer – nach Jahrtausendwende digital)

2025

InhaltsbCharlotte Sefer | DIE WEBERIN | 04.10. – 07.12.2025

Sönke Campen | REWORK | 26.07.2025 - 31.08.2025

Söntke Campen
REWORK
Vernissage
26. Juli 2025 um 16 Uhr
Laudatio
Susanne Burmester (freie Kuratorin)
Matthias Bauer (Kontrabass)
Der Künstler wird anwesend sein.
In der Ausstellung von Söntke Campen werden aktuelle Arbeiten aus verschiedenen Werkgruppe präsentiert. Namensgebend sind dabei die Reworks, Collagen aus ehemals fertiggestellten Malereien. Im Prozess des Zerschneidens findet eine gewaltsame Trennung und Überwindung der bekannten und liebgewonnenen Struktur statt. Das einstige Bild wird so auf seine oberflächlichen Bestandteile aus Farben und Formen reduziert und sein Bildwert, sein Gehalt vollständig getilgt.
Alle Hüllen sind gefallen und aller Augen können sehen – Söntke Campen bleibt uns nichts schuldig. Campen träumt nicht. Er malt. Die kontinuierliche Abschweifung denkt Söntke Campen zusammen mit der Ausschweifung der als zügellos angesehenen Hingabe an die Genüsse einer ins Maßlose weisenden Verausgabung die er mit wirbelndem Pinsel imitiert Kritik am menschlichen Amüsiertrieb wie an der Massifizierung der digital gesteuerten Gesellschaft eingeschlossen. Dieses Leinwand-Spektakel wurde als Gegenposition zum Digitalen inszeniert. Campens farbgesättigte Reaktion auf den kultivierten Moral-Neutralismus und die gesellschaftskritische Indifferenz der aktuellen Malerei wird dabei offensichtlich.
 
– Christoph Tannert Direktor Kunsthaus Bethanien Berlin (Platform Germany)
Man könnte Söntke Campens Arbeiten als „Bilder auf den zweiten Blick“ bezeichnen. Die in ihnen oft versteckten figürlichen Anspielungen entdeckt man nämlich häufig erst bei näherer Betrachtung. Auf den ersten Blick besticht das malerische Element in seiner meist expressiven vehementen Handschrift und seinem farblichen Reiz. Auf den zweiten Blick offenbaren sich Formen die figürliche Assoziationen wecken. Wollte man Campens Bilder einordnen müsste man viele von ihnen „abstrakt-figürlich“ nennen. Es gibt allerdings auch wieder Bilder die entweder als eindeutig „abstrakt“ oder „figürlich“ zu bezeichnen wären. Es ist gerade dieses Mäandern zwischen den Richtungen welches Campens Werk so spannend macht.
– Dirk Justus Direktor Bargheer-Museums Hamburg
Söntke Campen ist 1991 in Geldern geboren lebt und arbeitet in Leipzig.

https://soentke.de/


Söntke Campen ist 1991 in Geldern am Niederrhein geboren und in Ostfriesland an der Nordsee aufgewachsen.
Er studierte Illustration an der HAW Hamburg mit dem Schwerpunkt der Malerei bei Prof. Christian Hahn. 2020 erhielt er das Stipendium der Bargheer-Stiftung sowie eine umfangreiche Ausstellung im Bargheer-Museum. Im Jahr 2022 bekam er den Elysée-Preis für Malerei. Das Dresdner Residenzschloss, die A.R.Penck-Kunsthalle und die Galerie Holger John veranstalteten im Juni 2023 die bisher größte Werkschau des Künstlers. Seine letzten Ausstellungen führten seine Werke in den Kunstverein Cuxhaven, den Kunstverein Ettlingen Karlsruhe, in die Stadtgalerie Kiel und in das Nationalmuseum Bukarest. Der Künstler lebt und arbeitet heute in Leipzig.

Seine Arbeiten sind eine aus Bruchstücken und Spiegelglas zusammengesetzte Welt, die unsere gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse hinterfragt. „Eine Bildwelt in Fetzen und aus den Fugen geraten. Versöhnliches und traumatisches, Glanz und Elend liegen dicht beieinander.“

– Prof. Christian Hahn

Werksübersicht, Newsletter und

Kontakt per Mail an: soentke@gmx.de

instagram: soentke_campen

Jane Salomon | MEER, LAND, FLUSS, MENSCH / 05.04. – 29.06.2025

Malerei

Jane Salomon im Gespräch mit Charlotte Blickensdorff, anläßlich der Ausstellungseröffnung „Meer, Land, Fluss, Mensch“ am 5. April 2025

Ch.B.: Ein Teil Deiner Arbeiten strahlt Stille aus, andere wirken wie Momentaufnahmen. Du bist ja auch mit dem Fotoapparat unterwegs. Welche Rolle spielt die Fotografie im Entstehungsprozess Deiner Gemälde?

J.S.: Meine Fotos sind Momentaufnahmen; Stimmungen und Ausschnitte von Gefühlswelten und Erfahrungen, die ich am stärksten in der Natur finde. Die Auseinandersetzung mit Politik, Menschsein und existentiellen Erkenntnissen spiegeln sich in Naturerlebnissen. Sie bilden die Notizen und Grundlagen zu meinen Gemälden.

Ch.B.: Wasser scheint ein zentrales Thema Deiner Bilder zu sein. Auf Deiner Webseite ordnest Du die dort abgebildeten Arbeiten ja thematisch nach: Meer, Land, Fluss und Mensch. Mit fiel auf, dass aber auch in den Land- und in den Mensch-Bildern sehr oft Wasser zu sehen ist. Welche Beziehung hast Du zu Wasser, spielt es eine besondere Rolle in Deinem Leben?

J.S.: Wasser bedeutet für mich Leben, Vitalität und Veränderung, aber auch Unergründlichkeit und Tiefe. Sowie eine Macht, die mich bescheiden und „ganz“ werden lässt. Das Leben, als eine Fahrt auf unbekannten Gewässern. Mit Neugier auf das Dahinterliegende und dem Wissen, das wir Nichtbeeinflussbarem ausgesetzt sind – begeben wir uns mutig hinein und lassen uns darauf ein.

Ch.B.: Die Himmel in Deinen Arbeiten sind sehr oft dramatisch und spielen eine bestimmende Rolle in der gesamten Komposition und in der Lichtführung der Gemälde. Gehst Du – in der Tradition der Impressionisten und Expressionisten – mit der Staffelei in die Natur und malst direkt dort, sozusagen: bei Wind und Wetter?

J.S.: Himmel bedeutet für mich Poesie. Dramatik und Dynamik, aber auch Licht und Wandlung. Der Himmel gibt dem Wasser seine Farben. Bei dem Wechselspiel zwischen Licht und Farben, sowie dem steten Wandel durch Wind & Wetter, finde ich Inspiration. Diese Eindrücke halte ich im Skizzenbuch mit Stiften und Wasserfarben sowie mit Fotoapparat fest.

Ch.B.: Du bist Architektin, aber in Deinen Bildern tauchen sehr selten Häuser oder Gebäude auf. Trennen sich da Arbeitsbereiche voneinander?

J.S.: Ja, in der Architektur, schaffe ich etwas für die Bedürfnisse der Menschen, unter Einbeziehung von Gesellschaft, Umwelt und Ressourcen. Hier nehme ich meine Gefühlswelt zurück; erfinde rational Lebensräume und will zur gesellschaftlichen Entwicklung beitragen.

Ch.B.: Wie kam es 2024 zur Gründung Deines Ateliers 19 und warum heißt es „Atelier 19“ ?

J.S.: Im Jahre 2019 zog ich in meine Wahlheimat Vorpommern.

Ch.B.: Vielen Dank für das Gespräch, ich wünsche Dir viel Erfolg für Deine Ausstellung.

2024

Nika Radić | FAMILIENPORTRAITS | 07.09.2024 - 27.10.2024

Eröffnung am Samstag, den 7. September um 16:00 Uhr

Die bekannte kroatische Künstlerin Nika Radić  zeigt in dieser Ausstellung botanische Portraits von alltäglichen Pflanzen, die jedoch ursprünglich Einwanderer sind.

Die meisten dieser außereuropäischen Einwanderer kennen wir inzwischen ganz gut, nutzen und lieben sie. Längst sind sie keine Fremdlinge mehr. Im Gegenteil, bereichern sie nicht unsere Ernährung, unsere Gärten und Landschaften?

In der Ausstellung stehen sie uns als Partner, fein porträtiert, groß und „ Auge in Auge“ direkt gegenüber. Wir können sie ganz genau betrachten und – gar nicht mehr übersehen.

www.nikaradic.com

Nika Radić wurde in Zagreb geboren und hat außer in ihrer Heimatstadt in London, Toronto, Mailand, Wien und Berlin gelebt. Sie hat einen Abschluss in Bildhauerei von der Akademie der Bildenden Künste in Zagreb und in Kunstgeschichte von der Universität Wien. Sie schreibt über die Themen, die sie in ihrer Kunst interessieren, und ihre Texte wurden international veröffentlicht.

Vor einigen Jahren stieß sie bei ihren Recherchen darüber, wie verschiedene Disziplinen mit Kommunikationsherausforderungen umgehen, auf die Arbeit des Psychiaters Milton Erickson und die Art und Weise, wie er Hypnose in der Therapie einsetzte. Hypnose ist eine Möglichkeit, direkt mit dem Unterbewusstsein zu kommunizieren, und Erickson strukturierte sie auf eine Weise, die der Funktionsweise eines Kunstwerks als Kommunikationsmedium sehr ähnelt. Radić verwendete Hypnose sowohl als Struktur für eine Reihe ihrer Werke als auch direkt als Teil ihrer Praxis.

Bei einer Reihe von Performances, bei denen sie eine Reihe von Menschen hypnotisierte, um eine Zukunft zu sehen, in der sie gerne leben würden, stellte sich heraus, dass die Mehrheit grüne Umgebungen als ihre Vision einer positiven Zukunft sah. Dies führte zu ihrem aktuellen Interesse an Pflanzen.

TATORT TOLLENSETAL | 06.04.2024 - 31.10.2024

Archäologische Forschungen auf dem ältesten Schlachtfeld Europas
Dauerausstellung im Westflügel

SCHWEINEBEWUSSTSEIN | 07.06.2024 - 02.09.2024

Eröffnung der Ausstellung am 7.6.24 um 16 Uhr

„Der Mensch jedoch wird sich, indem er den Blick (eines Tieres) erwidert, seiner selbst bewusst.“  John Berger

Was erfahren wir über uns und unser Verhältnis zu der Welt, die uns umgibt, wenn wir über unser Verhältnis zu Schweinen nachdenken? 16 Künstler*innen wurden gebeten, sich dieser Fragestellung zu widmen. Die Mehrzahl der hier gezeigten Werke entstand speziell für dieses Projekt. Mit ihren Arbeiten regen sie dazu an, über aktuelle Fragen nachzudenken.

Wie beeinflussen wir mit unseren alltäglichen Handlungen das Leben anderer? Welche Folgen hat das für uns? Wer verdient daran? Wer entscheidet darüber?

Der Turm der Burg Klempenow bietet einen Blick auf jene Schweinezuchtanlage von Alt Tellin, in der am 30. März 2021 etwa 50.000 Sauen und Ferkel bei einem Brand den Tod fanden: Die Burg ist also geradezu geschaffen dafür, über SCHWEINEBEWUSSTSEIN nachzudenken.

Ein Projekt des Sprengel Museum Hannover in Kooperation mit dem KulturTransit-96 e.V.

Ping Qiu | AMEISENPALAST | 06.04.2024 - 31.05.2024

Eröffnung der Ausstellung am 6.4.24 ab 14:00 Uhr (im Rahmen des Frühlingsmarktes)

Die in der Uckermark lebende und international ausstellende Chinesische Künstlerin Ping Qiu zeigt Videos und Gefäße.

https://ping-qiu.jimdosite.com/

2023

YESTERTODAY | 01.09.2023 - 24.09.2023

Abzug der Sowjets, Christian Thiel, 1991-1994

Lenore Blievernicht, Maxim Dondyuk, Roman Dubasevych, Thilo Fischer, John Huston, Christian Klemke, Elem Klimow, Wolfgang Landgraeber, Sergei Loznitsa, Christoph Meißner, Bert Neumann, Leonard Nikita Neumann, Thomas Oberender, Piotr Pawlus & Tomasz Wolski, Danièle Huillet & Jean-Marie Straub, Christian Thiel, Frederick Wiseman

1.-24. September 2023
Eröffnung: 1. September 18-21 Uhr, 2. September 11-21 Uhr, 3. September 11-19 Uhr
Öffnungszeiten: 6. – 24. September 2023, Mi-Fr: 16-19 Uhr, Sa-So 11-19 Uhr

Burg Klempenow, 17089 Breest, Mecklenburg-Vorpommern
Anfahrt, Bahnhofsshuttle, Übernachtungsmöglichkeiten (pdf)

Vom bronzezeitlichen Gemetzel mit Axt und Keule bis zu KI-gesteuerten Waffensystemen des 21. Jahrhunderts; am Ende bleibt von ihnen immer das Gleiche: geborstene Knochen, durchlöcherte Schädel und jede Menge Militärschrott. Während uns die moderne Schlachtfeldarchäologie maßgebliche Erkenntnisse zur Geschichte der Menschheit liefert, helfen Exhumierungen gerade in Echtzeit Kriegsverbrechen aufzuklären. Der Krieg ist zurückgekehrt nach Europa und seine hässliche Fratze lässt die halbe Welt ihren vermeintlichen Pazifismus begraben und einen historischen Rüstungsrekord aufstellen. Zurückgekehrt ist auch die zeitlose Debatte über Auf- und Abrüstung und dem schwierigen Spagat zwischen Waffenlieferant, aktiver Kriegspartei und deutscher Nachkriegsidentität. Die globale Wirkmacht des Krieges erhöht seine Komplexität und lässt einzelne politische Handlungsoptionen in der öffentlichen Wahrnehmung oftmals uneffektiv erscheinen. Es ist wichtig, die Komplexität durch die Konkretheit einzelner Beispiele und Stimmen verhandelbarer zu machen und auch einen Blick zurück in die Geschichte zu werfen.

Wo um 1250 v. Chr. die womöglich erste europäische Vielvölkerschlacht geschlagen und 2000 Jahre später die imposante Burg Klempenow erbaut wurde, wird YESTERTODAY in Reaktion auf den anhaltenden russischen Angriffskrieg auf die Ukraine und die aktuelle internationale Rüstungsdebatte über vier Wochen das unüberwindliche Menschheitsthema der Militarisierung verhandeln. Das Programm bietet neue Zugänge zur aktuell kontrovers geführten Debatte und verfolgt das Thema anhand konkreter Beispiele zurück bis in die Bronzezeit. Ein Ausstellungsparcours erstreckt sich über das gesamte Gelände von Burg Klempenow mit Beiträgen aus der Archäologie, Kunst und Zeitgeschichte.

Für die Eröffnung entsteht ein Live-Programm mit Kino, Performances, Lesungen, Vorträgen und Diskussionen. Erstmals nach ihrer umfassenden Renovierung wird auch die aus dem 17. Jahrhundert stammende Fachwerkkirche Klempenow genutzt.

Kuratiert von Lenore Blievernicht und Thilo Fischer

Mit Unterstzützung von: Leonard Neumann, Tilman van Tankeren, Max Heesen, David von der Stein, Christian Thiel, Malwine Kurella, Augusta Warskulat, Paul Münzer, Rahel Wollenberger, Richard Lucius, Frank Mittmann, York Landgraf, Maximilian Heimlich, Charlotte Barbara Blickensdorff, Christian Herfurth, Undine Spillner, Kevin Weiland, Christopher Prick und Jan von Hugo

In Kooperation mit Kultur-Transit-96 e.V., Evangelisches Pfarramt Hohenmocker und Friedrich Ebert Stiftung Mecklenburg-Vorpommern

Gefördert durch Friede Springer Stiftung, Fonds für Vorpommern und das östliche Mecklenburg, Landkreis Mecklenburgische Seenplatte, Rosa-Luxemburg-Stiftung MV

Besonderer Dank an Ernst Zsak und das Burgtheater Wien, Magdalena Musial und Milan Peschel

SPEEDTEST 676 | 01.09.2023 - 03.09.2023

Vincenzo Bellini, Bert Neumann, Maryna Zubko

1.-3. September 2023
Performances: 1.9. 18.00-21 Uhr, 2.9. 13-19 Uhr, 3.9. 13-19 Uhr

Burg Klempenow, 17089 Breest, Mecklenburg-Vorpommern
Anfahrt, Bahnhofsshuttle, Übernachtungsmöglichkeiten (pdf)

Der Künstler, Bühnen-und Kostümbildner Bert Neumann (1960-2015), wendete sich in einer seiner letzten Schaffensphasen Objekten aus unserer unmittelbaren Lebenswelt zu: er setzte, ganz aus Holz gebaut, u.a. eine Straßenbahn im Bockenheimer Depot, einen Panzer in der Berliner Volksbühne und Schiffe in der Oper Stuttgart, in den Münchner Kammerspielen und im Schiffbau Zürich in Originalgröße in Szene. 2013 entwarf er für ein Theaterstück des Burgtheaters Wien einen Kampfjet. Ganz aus Holz gefertigt, ist die Skulptur mit einer Größe von 13 x 8 x 5 Metern in der Säulenhalle von Burg Klempenow gelandet.

Der Flieger stellt eines der erhaltenen Großobjekte Neumanns dar, das über seine Nutzung im Theater hinaus bewahrt werden konnte. Dank kostenloser Lagerflächen der Bühnenbildnerin Magdalena Musial und des Schauspielers und Regisseurs Milan Peschel im östlichen Vorpommern und der Unterstützung des Wiener Burgtheaters, konnte das 1,4 Tonnen schwere Objekt im Jahr 2016 vor der drohenden Verschrottung bewahrt und nach Deutschland gebracht werden.

Für das Projekt wird der Jet in Einzelteile zerlegt auf einem Tieflader von seinem Lagerort in die Säulenhalle der Burg Klempenow transportiert und dort aufgebaut. Hier trifft der Jet nach 10 Jahren Tiefschlaf im Rahmen einer drei-tägigen repetitiven Dauerperformance auf Vincenzo Bellini’s Anti-Kriegs-Arie „Casta Diva“ aus der tragischen Oper „Norma“. In der Oper rät die titelgebende Druidin Norma den von den Römern belagerten rachelüsternen Galliern von einem schnellen kopflosen Gegenangriff ab und fleht eindringlich die Mondgöttin um Frieden an. Was die Gallier nicht wissen und die Doppelbödigkeit des Dramas – in Bezugnahme auf die Vielschichtigkeit zeitgenössischer Konflikte – deren zeitlose Aussagekraft unterstreicht, ist, dass Norma in ihrem Handeln nicht frei von Eigeninteressen ist, sondern ein heimliches Doppel- und Liebesleben mit dem römischen Prokonsul Pollione führt.

In ewiger Repetition verfangen wird das hochdramatische Belcanto Bert Neumanns flugunfähigen Kampfjet erneut in Startposition bringen.
 Speedtest 676 versucht, die öffentlichen Debatten über das Kriegsgeschehen auf die praktische Wirkmacht der zerstörerischen Prinzipien von Explosion, Überschall- Beschleunigung (676 kN) und todbringendem Vernichtungswillen zurückzuführen. Sie widerstreben der verführerischen Sehnsucht nach einfachen Wahrheiten, schnellen Ergebnissen und nach orakelnden Leitfiguren aus alten Zeiten, die auch politisch mancherorts wieder herbeigesehnt werden.

Kuratiert von Lenore Blievernicht und Thilo Fischer

Mit Unterstzützung von: Leonard Neumann, Tilman van Tankeren, Max Heesen, David von der Stein, Christian Thiel, Malwine Kurella, Augusta Warskulat, Paul Münzer, Rahel Wollenberger, Frank Mittmann, York Landgraf, Maximilian Heimlich, Charlotte Barbara Blickensdorff, Christian Herfurth, Undine Spillner, Kevin Weiland, Christopher Prick und Jan von Hugo

In Kooperation mit Kultur-Transit-96 e.V.

Gefördert durch Fonds Darstellende Künste e.V.

Besonderer Dank an Ernst Zsak und das Burgtheater Wien, Magdalena Musial und Milan Peschel

 

Olaf Spillner | DURCH DIE BLUME | Fotografie | 01.05.2023 - 13.08.2023

Olaf Spillner lebt und arbeitet als eine Art künstlerisches Urgestein im Tollensetal. Durch den geschulten Blick für das Detail, zeigen seine Foto Arbeiten oft das Überraschende im Alltäglichen auf. Geschichte und Geschichten, die das Leben schreibt, sind in seinen Arbeiten manchmal erst auf den zweiten Blick zu entdecken. Eine fragile Schönheit und die Lust am Leben reißen mit, können jedoch zu gleich die Nachdenklichkeit über Zeit und Welt beflügeln.

´Helga Weiss und Rosa M. Hessling | HERO2 | 08.04.2023 - 09.06.2023

Zwei gestandene Künstlerinnen aus dem Rheinland, die der konstruktiven-, der konkreten-, der minimal- und der Opart zuzuordnen wären.

Helga Weihs sucht mit ihren lichtflirrenden Holz-konstruktiven Arbeiten stark den Bezug auf den Raum. helweihs@t-online.de  Das Thema von Rosa M Hessling ist das changierende Licht in Fläche und Raum. r.m.hessling@t-online.de

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Die Ausstellungseröffnung findet am Samstag 8. April 2023 um 15:00 Uhr statt.

2022

RASTSTÄTTE 1KM. BERT NEUMANN | 30.07.2022 - 11.09.2022

© Lenore Blievernicht

Bert Neumann, Künstler, Bühnen- und Kostümbildner (1960 – 2015), lebte und arbeitete in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern. Sein Gesamtwerk umfasst neben seinen bildkünstlerischen Arbeiten mehr als 230 Werke für Theater, Film und Oper. 1991 war er Mitgründer der Künstlergruppe LSD, mit der er seitdem zusammenarbeitete.

Maßgeblich für Bert Neumanns künstlerische Auffassung ist die von ihm erfundene Rollende Road Schau, die das Theater und die Kunst hinaus aus den Kunsttempeln in die Straßen und Underdog-Bezirke Berlins und weiter nach Schwedt an der Oder, Mühlheim bis nach Sao Paulo, Sofia, Yogyakarta, Paris, London und Tokio brachte, um vor Ort mit den Menschen in Kontakt zu treten und zu interagieren. Dabei wurden Performances von ihm erfunden, bei denen der Austausch und die Zusammenarbeit vor Ort maßgeblich für den künstlerischen Produktionsprozess wurden.

„Dass man aus dem Banalen, Alltäglichen das Besondere entwickeln kann, interessiert mich mehr als dieses vorsätzlich Kunstmäßige.“ (Bert Neumann, 1999)

Von 1992 bis zu seinem Tod 2015 prägte er maßgeblich das künstlerische Konzept der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, die mit ihrem geschichts- und gegenwartsbezogenen Theater als wichtigste Bühne im deutschsprachigen Raum der Nachwendezeit galt.

„Wer erst seit Beginn des neuen Jahrtausends regelmäßig ins Theater geht, kann gar nicht wissen, wie umfassend der Mann das Theater revolutioniert hat.“ (Anke Dürr, Der Spiegel, 2015)

Seit 2018 konzipiert die gemeinnützige Bert Neumann Association (BNA) ein Archiv, in dem man mit und nicht nur über das Werk Bert Neumanns arbeiten kann.

Für den deutschen Beitrag der Prager Quadriennale 2019 gestaltete sie unter Verwendung mehrerer Arbeiten Bert Neumanns einen eigenständigen sich bewegenden Raum (Hauptpreis der Jury).

„Raststätte 1km. Bert Neumann“ ist kuratiert von Lenore Blievernicht und Thilo Fischer und umfasst u. a. Kostüme, Videos, Prints, Leuchtobjekte und Readymades aus dem künstlerischen Nachlass Bert Neumanns, aus privaten Archiven und Found Footage.

Alle Exponate der Ausstellung sind zwangsläufig aus ihrem Kontext gerissene Zitate. Durch die selbstbestimmte Arbeitsweise Bert Neumanns stehen sie für sich: als eigenständige und dennoch miteinander korrespondierende Objekte.

„Man nimmt eben das, was da ist.“ (Bert Neumann)

Die Ausstellung öffnet am Sonnabend, den 30. Juli 2022, ab 14:00 Uhr.
Gegen 18 Uhr findet ein Konzert der Band GOSHAWK statt.

In Zusammenarbeit mit

LSD   Big Images

 

 

Gefördert von

Gefördert von Die Beauftrage der Bundesregierung für Kultur und Medien, Bundesverband Sozio Kultur, Neustart Kultur

Pressematerial

https://www.bert-neumann-association.de/

Kontakt

Bert Neumann Association
office@bert-neumann-association.de

Esther Zimmering/Matten Vogel | SUCHEN SICHERN SICHTEN | 10.04.2022 - 21.05.2022

Eigentlich sind die Räume in der Burg ja schon selbst eine Ausstellung. Das Licht kommt durch kleine und große Fenster und Nischen unverhofft von allen Seiten, die Wände tragen die Spuren der siebenhundertjährigen Geschichte und dürfen nicht durch Nägel oder Schrauben berührt werden.

Wir zeigen hier Ausstellungen, die sich ganz bewusst auf die Räume in Klempenow einlassen, es sind auf diese Art Ausstellungen, die man nur hier auf Klempenow sehen kann.

In diesem Jahr haben uns die aktuellen Ereignisse des Weltgeschehens dazu bewegt, das Thema Portrait – auch in erweiterter Form – in den Mittelpunkt aller diesjährigen Ausstellungen zu bringen.

Damit verbunden ist die Suche nach den Wurzeln, Ursprüngen und Spuren unseres Hier und Jetzt. Mit welchem Erbe kommen wir auf die Welt, wie leben wir und wie wollen wir leben?

Wieviel wissen wir über unsere Vorfahren und ihre Lebensumstände? Wie weit sind die Ereignisse der Vergangenheit für uns überhaupt noch interessant und wie flüchtig ist das gegenwärtige Geschehen?  Werden gesprochene oder geschriebene Worte in der digitalen Welt zu schnell gelöscht, vergessen, übermalt?

Besonders in den alten Gemäuern der Burg Klempenow gestellt, bekommen diese Fragen ein ganz neues Gewicht, denn hier tragen die Wände Schicht um Schicht der Geschichte, die Spuren der Schicksale ihrer Bewohner und die Kommentare früherer Burg-Besucher…

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.
Download PDF 54 MB

Einladung Ausstellung SUCHEN SICHERN SICHTEN Esther Zimmering/Matten Vogel

2021

Matten Vogel | KRATZER ÜM | 05.09.2021 - 17.10.2021

Fast schon selbstlos bietet der Berliner Künstler Matten Vogel den Besuchern seiner Ausstellung „Üm“ (Übermalen) in der Galerie Burg Klempenow eine 6 Meter lange und 1,45 Meter hohe, rosa bestrichene, Leinwand an. Diese Leinwand, dürfen und sollen die  BesucherInnen dann mit dicken Markern künstlerisch bearbeiten. Textliche Kommentare, Zeichnungen oder abstrakte Markierungen sind willkommen. „Sie können tun, was sie wollen – nur bitte keine Gewalt ausüben. Machen Sie einfach mit!“; heißt es dazu in der Besucherinformation.

Alle zwei Tage übermalen Matten Vogel oder die GaleriemitarbeiterInnen die ästhetischen Markierungen der Besucher mit einer frisch angemischten Farbe. Am nächsten Tag können neue Besucher mit dem Malprozess wieder von vorne beginnen.

Kurz vor dem Wegstreichen und  Übermalen wird die Leinwand jedes Mal fotografiert, um das Bild, gleich nach seinem Auslöschen auf dem extra dafür vom Künstler eingerichteten Instagram-Account vogel_ burgklempenow, veröffentlichen zu können.

Dieser Entstehungsprozess von Kunst steht dem Graffiti näher als der Malerei.

Es wird auch hier mit Markern gearbeitet und die erstellten Markierungen bleiben meist anonym. Sie werden, wie Graffiti oft auch, nach einer Zeit von jemand anderem überstrichen.

Dazu kommt, dass die von den Besuchern erstellten und später übermalten Markierungen nicht in der Galerie oder einem Museum, sondern in einem sozialen Medium präsentiert werden.

Die Ewigkeit, nach der malerische Meisterwerke sonst zu verlangen gewöhnt sind, ist bei „Üm“ von der Tagesordnung gestrichen. Matten Vogel stürzt im Kontext seiner Ausstellung die vermeintliche Königsdisziplin Malerei vom Thron. Er setzt eine im besten Sinne alltägliche und soziale „Malereiproduktion“ an die Stelle des bewunderten malerfürstlichen Kunstschaffens.

Matten Vogels Kunstwerk Üm ist offen. Die BesucherInnen können die vom Künstler dargebotenen Optionen – Leinwand, Marker, Aufruf zur Gestaltung – einsetzten, um ein Bild zu schaffen, dessen Form Matten Vogel subtil mitbestimmt und dessen endgültigen Zustand er durch leichte Korrekturen beeinflusst hat. Zwischen Künstler und GaleriebesucherInnen entwickelt sich auf diese Art ein lebendiges und kreatives Zusammenwirken.

Eins der Vorbilder für „Üm“ sind Matten Vogels, seit März 2021 entstandenen, „Kratzer“-Bilder. Sie werden hier auf Klempenow ebenfalls ausgestellt. Darauf bearbeitet der Künstler, mit an den Fingern angebrachten Stiften, die Malfläche durch spontane wütende Gesten. Diese schnell und direkt ausgeführten Notate erscheinen in Form von Strichen oder Narben auf der Leinwand. Im zweiten Arbeitsgang wird diese Leinwand dann so bemalt, dass nur noch die Striche sichtbar bleiben. Matten Vogel bezeichnet diese Arbeit als Risikomalerei. Die Bilder werden mit dem jeweiligen Entstehungsdatum versehen und sind somit ein Tagesprotokoll der, nicht zuletzt von der Corona-Pandemie hervorgerufenen, inneren Wut des Künstlers. Die „Kratzer“-Bilder gewinnen wie „Üm“ im zeit-basierten Wechselspiel von Anwesenheit und Übermalen ihre Kraft.

Mut zum Risiko und die Bereitschaft zum produktiven Infragestellen zeichnen diese Arbeiten aus. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

www.mattenvogel.de
www.instagram.com/mattenvogel

Detlef Baltrock | „….am Haar der blauen Stunde“ | 04.07.2021 - 22.08.2021

Malerei, Zeichnung

Ab Sonntag, den 4. Juli,  11 Uhr bis zum 22. August 2021, kann die Ausstellung  „Baltrock, …am Haar der blauen Stunde“ in der Galerie der Burg Klempenow im Burgsaal und im Nordflügel besichtigt werden.

Der Künstler Detlef Baltrock lebt und arbeitet in Berlin. In der Ausstellung haben wir uns auf die Präsentation von Malerei und Zeichnungen beschränkt, obwohl sein OEuvre auch ein großes Konvolut ausgezeichneter Porträt und Naturfotografie enthält.

Baltrocks hier gezeigte Arbeiten sind beim ersten Hinsehen genau ausbalancierte Kompositionen und genüssliche Farb- und Formkombinationen. Beim genaueren Betrachten sind  sie bevölkert von surrealen, realen und tierischen Wesen, die oft Geschichten erzählen oder Zustände des Gemüts, der Natur und der Gesellschaft beschreiben.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Der Künstler ist zur Eröffnung der Ausstellung anwesend.

www.baltrock.com

Daniel Wiesenfeld | HAUT | 02.05.2021 - 27.06.2021

Malerei, Skulptur, Installation

Daniel Wiesenfeld arbeitet gegenständlich im wahrsten Sinne. Was auch heißt, die Sinne für das Abstrakte im Gegenständlichen zu schärfen, in der gegenständlichen Darstellung quasi auch hinter den Gegenstand zu sehen. Er zeigt Menschen in alltäglichen oder besonderen Situationen und der gesamte Horizont von Familiengeschichte und Gesellschaft schwingt darin mit. Die Themen „Tischgesellschaft“ oder geselliges Handeln, ziehen sich wie ein roter Faden durch die Arbeiten von Daniel Wiesenfeld.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

www.danielwiesenfeld.com