Burg Klempenow | Ausstellungen 2020-2009
Aus einem Freundeskreis heraus entstand 1991 unser Verein Kultur-Transit-96 mit dem Ziel, die Burg zu sanieren und kulturell zu beleben. Wir sehen Kultur in der Spannung zwischen Geschichte und Gegenwart.
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Ausstellungen 2020 – 2009

Kunstausstellungen auf Burg Klempenow sind Behauptung gegenüber der baulichen Hülle. Jeder ihrer Steine, Nischen, Bruchstellen scheinen Geschichten von Macht und Stärke, Verfall und Vergessen zu erzählen. Die behutsame Restaurierung ermöglicht dies zu erleben, wie auch die Entfaltung zeitgenössischer Kunst in einer Atmosphäre des Innehaltens, des sich Besinnens und der Kontemplation.

2020

16.08. - 27.09.2020 | Klaus Roenspieß und Gertraude Bauer | Malerei und Plastik

Ausstellung 16.08. - 27.09.2020 | Klaus Roenspieß und Gertraude Bauer | Malerei und Plastik
Klaus Rosenspieß
1935 in Berlin geboren
1953 Abschluss der Lehre als Gebrauchswerber und Teilnahme an den Abendveranstaltungen der Hochschule für Bildende und Angewandte Kunst Berlin-Weißensee.
1954/55 Studium ebenda u.a. bei Herbert Behrens-Hangeler
1972 verstärkte Hinwendung zur Graphik

Schon als ganz junger Mensch malte und zeichnete er Motive seiner Stadt. Reisen nach Paris ermöglichten ihm eine intensive Auseinandersetzung mit der französischen Malerei.

Arbeiten von Klaus Roenspieß befinden sich in privaten und öffentlichen Sammlungen (Kunsthistorisches Museum Magdeburg, Berliner Nationalgalerie, Märkisches Museum, Lindenau Museum Altenburg)-

Gertraude Bauer
1950 in Halle a.d. Saale geboren, aufgewachsen in Sonneberg/Thüringen
1968-73 Theologiestudium an der Humboldt-Universität Berlin, Diplom
1977-82 Studium an der Kunsthochschule Berlin-Weissensee, Diplom für Bildhauerei
1980 und 83 Geburt der Söhne
seit 1984 als freiberufliche Bildhauerin in Klenz bei Demmin ansässig
1996-97 Arbeitsstipendium des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Mecklenburg-Vorpommern
1994-2006 Vorstandsmitglied des Künstlerbundes Mecklenburg und Vorpommern e.V. im BBK
2004-2012 Projektleiterin des landesweiten Projektes „Künstler für Schüler“

Arbeiten im privaten und öffentlichen Besitz, z.B. Kunstsammlung Neubrandenburg, Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern

Ausstellungseröffnung: 16.08.2020
Musik: Conny Bauer, Posaune und Matthias Bauer, Kontrabass
Einführung: Dr. Anita Kühnel, Kunsthistorikerin

10.08. - 11.10.2020 | Olaf Spillner (Ophorus) | Fotografie

Ausstellung 10.08. - 11.10.2020 | Olaf Spillner (Ophorus) | Fotografie
1956 in Schwerin geboren
1985 in Hohenbüssow als Künstler angekommen
seit 2009 Herausgabe des Bildtextprodukts „Tollensetaler Stimme“

seit Ende der 70ger Jahre als Fotograf unterwegs, damals im urbanen Raum – heute lieber im Kontext selbst gestalteter Umgegend

05.07. - 08.08.2020 | Nils Dicaz | Handzeichnung, Installation

Ausstellung 05.07. - 08.08.2020 | Nils Dicaz | Handzeichnung, Installation
Die Handzeichnung von Nils Dicaz ist wie ein Fortschreiben des gerade Erlebten. Spontanes Reagieren und Aufnehmen eines Gedankens, der die unmittelbare künstlerische Verständigung überschreitet. Oft finden sich Wörter, Schrift als Kontrapunkt zum Bildhaften, die in eine weitere Dimension hineinführen. Hier berühren sich sein Zeichnen und sein Schreiben.

Dicaz lebt und arbeitet in Neuendorf, nahe der Universitäts- und Hansestadt Greifswald in M/V, ist Mitglied im Künstlerbund M/V im BBK.

Ausstellungseröffnung: 05.07.2020
Musik: Willi Kellers, Schlagzeug
Einführung: Dr. Katrin Arrieta, Kunsthistorikerin

17.05. - 28.06.2020 | Rainer Weber Osthaus und Sibylle Sommer | Handzeichnung, Malerei und Schmuck, Kleinplastik

Ausstellung 17.05. - 28.06.2020 | Rainer Weber Osthaus und Sibylle Sommer | Handzeichnung, Malerei und Schmuck, Kleinplastik
Die Moderne kann ein unlösbares Problem sein, persönlich und in der Kunst. Wer und was bin ich, wo stehe ich und was ist mein Beitrag?

Fragen für ein ganzes Leben. Erstaunlich, hier, am unerwarteten Platz, spät, wird das Ewige und Naheliegende, wie zufällig, für mich sichtbar und zu einer spannenden künstlerischen Welt. Segel, Badende, Seegras, stürmisches Wasser, Möwen und sich im Wind wiegendes Schilf werden zu meiner Moderne! Dafür bin ich dankbar! Rainer Weber Osthaus
www.rainer-weber-osthaus.de

über das suchen und finden
das ankommen und weggehen,
das scheitern und aufrichten,
all das auf und ab
mit der inneren kraft,
diesem etwas entgegenzusetzen,
in der gewissheit,
es gibt mich noch.
einen teil davon abzulegen, aufzuzeigen
in einer für mich wichtigen arbeit.
das ist es,
was mich dazu treibt,
immer weiter zu suchen.
haken zu schlagen im leben
und doch wieder
an einem neuen punkt anzukommen, über wechselnde orte
und menschen hinaus.
für mich ein großer spannungsbogen. diese innere energie wahrzunehmen und umzuwandeln in eine idee,
das ist das wesentliche!
immer dann, wenn ich schmuck mache, bin ich bei mir selbst
angekommen, für eine zeit.
Sibylle Sommer

01.07. - 05.08.2020 | Detlev Rösler | Altentreptower Erinnerungen

Ausstellung 01.07. - 05.08.2020 | Detlev Rösler | Altentreptower Erinnerungen
Vor 775 Jahren wurde die Stadt Altentreptow gegründet. Aus diesem Anlass zeigen wir im Seminarraum der Burg Schwarzweißfotografien von Detlev Rösler. Sein liebevoller Blick auf die Menschen in dem Städtchen vermitteln etwas von ihrem Alltag und den Selbstverständlichkeiten des Lebens vor teils mehr als 40 Jahren.

Am Samstagabend, dem 4. Juli um 19.30 Uhr wird Detlev Rösler gern mit den Besuchern seiner Ausstellung Gedanken und Erfahrungen austauschen.

Mai - Oktober 2020 | Gotland - Eine fantastische Insel

Ausstellung Mai - Oktober 2020 | Gotland - Eine fantastische Insel
Der geowissenschaftliche Verein Neubrandenburg zeigt u.a. zahlreiche Fossilien und stellt dar, wie der Gotlandkalk als Baustoff die Insel mit ihren Kirchen und die Stadt Visby mit ihrer Stadtmauer gepfrägt hat.

Gotland-Ausstellung des Geowissenschaftlichen Vereins Neubrandenburg e.V. mit Buchbasar und Gießkannen-Führung am Sonntag, 5. Juli, 14-16 Uhr

Viele Exponate haben die Sammler des Vereins auf der Ostseeinsel gefunden, einige andere brachte die Eiszeit zu uns. Sehenswert sind sie alle. Poster liefern dazu gut aufbereitete Informationen.

Zur Eröffnung wird Vereinsmitglied Jörg Altenburg durch die Ausstellung führen. Wir hoffen, dass er das aufgrund zahlreicher Besucher in mehreren Etappen machen muss. Wartende werden sich aber nicht langweilen: Im Vereinsarchiv hat sich ein kleiner Fundus an populärer heimatkundlicher und geologischer Literatur angesammelt. Auf einem Buchbasar wird das eine oder andere Büchlein sicher einen neuen Leser finden. Auch Freunde der plattdeutschen Sprache werden dabei erfolgreich stöbern können. Bei einer neuen Gießkannenführung wird Karl-Jochen Stein wieder die Steine auf dem Burghof zum Sprechen bringen.

2019

17.08. - 06.10.2019 | Michael Kain und Henry Stöcker | Handzeichnung, Malerei, Skulptur

Ausstellung 17.08. - 06.10.2019 | Michael Kain und Henry Stöcker | Handzeichnung, Malerei, Skulptur
Der Bildhauer Henry Stöcker und ausgebildete Biologe ist fasziniert von Formen. Das Zusammenspiel von Formen spielt eine wesentliche Rolle in seiner künstlerischen Praxis, gezeichnet von einem kontinuierlichen Dialog zwischen Wissenschaft und künstlerischer Freiheit.Für seine Skulpturen benutzt Stöcker oft Materialien wie Metall, Gips, Beton, Wachs und Draht. Tropfpunkte, die durch Wärme beim Schweißen entstehen, definieren nicht nur die Oberfläche der Eisenskulpturen, sondern auch ihren Charakter. Durch ihre spielerischen, aber auch kraftvollen Formen laden seine Werke zur persönlichen Erforschung und Interaktion ein,oft lassen diese nach etwas wiedererkennbaren zu suchen. Repräsentation und Abstraktion als Ausdruck werden miteinander integriert, und mit einem subtilen Sinn für Humor wird die organische und künstlerische Formensprache verflochten und hervorgehoben. Insbesondere in seinen Gipsskulpturen erkennt der Betrachter ein Gefühl der Zerbrechlichkeit. www.henrystoecker.de

Der abstrakte Maler Michael Kain hat seine Wurzeln in der klassischen Kunsttradition. Kain begann später alternative Konzepte und Ausdrucksformen zu erforschen und mit Abstraktion und Farben zu experimentieren. In seinen Ölmalereien verwendet Kain eine Vielfalt an Farben, um seine abstrakten Themen in einer Farbexplosion auf der Leinwand umzuwandeln. Er malt Werke, die eine Ehrlichkeit in der Beziehung zwischen Farbe und Leinwand aufweisen und mit modernistischen Werten von reiner Malerei korrespondieren, statt ‘illusorischer’ Erzählkunst mit wahrnehmbaren Figuren. Seine Ölbilder entwickeln sich in einem langwierigen Prozess, Impasto, in dem Farbschicht für Farbschicht aufgetragen wird, so entsteht eine stoffliche Struktur die zu einem Spiel von Textur und Kontrast führt, und dem Betrachter ein mehrdimensionales Erlebnis bietet. Um der Leinwand gelegentlich zu entfliehen, führt Kain seine Arbeit weiter, indem er seine abstrakten Kompositionen in Papierarbeiten weiter erforscht.

29.06. - 11.08.2019 | Barbara Wetzel | Fibonaccis Krückstock | Handzeichnung, Holzschnitt, Skulptur

Ausstellung 29.06. - 11.08.2019 | Barbara Wetzel | Fibonaccis Krückstock | Handzeichnung, Holzschnitt, Skulptur
Barbara Wetzel ist ausgebildete Bauzeichnerin, Steinmetzin und Bildhauerin. Ihr Studium, das ihr in der DDR verwehrt worden war, absolvierte sie an der Hochschule für Bildende Künste Dresden und schloss es 1998 mit dem Diplom ab.

Auf alles Geschehen künstlerisch reagieren zu können, ist für sie Voraussetung zur Lebensarbeit in ihrer großen Familie, für künstlerisch-pädagogische Projekte und für ihr soziokulturelles Engagement. Ihr Kunst soll verstanden werden, egal ob sie Existenzielles oder Abseitiges thematisiert. Aus der plastisch-figürlichen Arbeit heraus hat sich ihre Hinwendung zum Holzschnitt ergeben, wobei teils riesige Formate und erzählende Blätter in kleinen Auflagen entstanden sind, die direkter und schneller zu einem Ergebnis führen, als die Arbeit am Stein oder Eichenholz. Ihre Bildsprache ist von frappierender Einfachheit und poetischer Dichte. Gern bezieht sie sich auf literarische Texte. Ihre Kunstbücher mit Originalgrafik, handgedruckt und handgebunden erfreuen die Sinne. Bei ihrer Arbeit lauscht sie dem Wort, seinem Echo, seinem Gestimmtsein im semantischen Raum und druckt kostbare unikate Blätter gleichzeitig nebeneinander, in immer neuen Konstellationen, in der Entstehung einander bedingend, im Ergebnis miteinander sprechend.

Ihre Skulpturen sind raumgreifende expressive Werke – Konfrontationen an Kulminationspunkten des Lebens, flankiert von Rahmen, Lehnen, Spiegelungen, die sich in weiteren Arbeiten vom Gegenstand lösen und als Stützen und Gerüste gleich einer dreidimensionalen Zeichnung den Raum neu definieren. Mit diesem Erfahrungshintergrund war der Gewinn eines Wettbewerbs für die Künstlerin ein mehrfaches Glück, tatsächlich einen liturgischen Raum gestalten zu dürfen, weitere Aufträge kamen hinzu. Die vielleicht aufregendste Arbeit war die eines Andachtsraums in einer JVA gemeinsam mit den Gefangenen. Erstmals realisierte sie im Glasstudio Derix in Taunusstein Buntglasfenster auf der Grundlage von Holzschnitten. Sie nennt die Bilderfolge von zehn 53 x 132 cm großen Glasfenstern ein spannendes neues Arbeitsfeld mit „Glasbuchseiten“.

Barbara Wetzel wurden Preise und Stipendien zuerkannt, sie stellt im In- und Ausland aus, ihre Werke befinden sich in privaten und öffentlichen Sammlungen.

Ausstellungseröffnung: 29.06.2019
Musik: Gabriele Hesse, voc
Einführung: Dr. Simone Tippach-Schneider, Kunstwissenschaftlerin

11.05. - 23.06.2019 | Matthias Jaeger | ...Kunst geschieht | Malerei, Skulptur

Ausstellung 11.05. - 23.06.2019 | Matthias Jaeger | ...Kunst geschieht | Malerei, Skulptur
Mit dieser Ausstellung möchten wir die Erinnerung an Matthias Jaeger wachhalten, an den unermüdlichen Zeichner und Maler, der durch seine Sicht auf das Leben oft ein Staunen hervorrief. Seine Kunst lädt ein, von einem anderen Standpunkt aus zu schauen und ihm folgend, dem Alltag mit einem guten Teil Humor zu begegnen, andererseits muss das Entlarvende seiner Ausdrucksweise ausgehalten werden. Er war jemand, der ohne Zeichenstift kaum denkbar war. Tägliches Neubeginnen in der Vorstellung, dass einmal alle Komponenten glücklich zusammenkommen, dass er diesen unglaublichen Moment erleben darf, an dem Kunst entsteht, war Voraussetzung seines Schaffens und seine künstlerische Haltung.

Wir haben versucht, in dieser Ausstellung Werke verschiedener Schaffensphasen und Arbeitsbereiche darzustellen. Nicht alle Experimente z.B. in der Keramik oder dem Textilen konnten berücksichtigt werden. An dieser Stelle sei auch auf Arbeiten im öffentlichen Raum, wie die Ausgestaltung einer Kindertagesstätte oder die Wandgestaltung im Studiokino „Latücht“ Neubrandenburg verwiesen.

Matthias Jaeger wurde 1945 in Schwerin geboren, wuchs in Neubrandenburg auf, machte Abitur mit Lehrabschluss zum Betonfacharbeiter, arbeitete als Kranfahrer und studierte schließlich an der Hochschule für bildende Künste Dresden Malerei bei den Professoren Kettner, Horlbeck, Bergander, Damme und bei Herbert Kunze. Er war seit 1978 Mitglied des VBK/ DDR, seit 1990 Mitglied des Künstlerbundes MV.im Jahr 1995 begann seine Tätigkeit als Lehrbeauftragter an der Fachhochule Neubrandenburg. Seine Werke befinden sich in öffentlichen und privaten Sammlungen, so im Kupferstichkabinett Dresden, in den Staalichen Museen Schwerin, in der Sammlung des Landes Mecklenburg- Vorpommern und in der Kunstsammlung Neubrandenburg.

23.03. - 05.05.2019 | Juliane Ebner | Durchgangslage | Handzeichnung, Installation, Video

Ausstellung 23.03. - 05.05.2019 | Juliane Ebner | Durchgangslage | Handzeichnung, Installation, Video
Juliane Ebner, gebürtige Stralsunderin, gehört zur jungen Berliner Kunstszene, deren Ausstrahlungskraft auf der radikalen Transformation althergebrachter Themen und traditionsreicher Kunstgattungen beruht. Ebners Thema und zugleich Ausdrucksmittel ist die Zeichnung. Ausgebildet an der Muthesius- Kunsthochschule Kiel bedient sie sich ihrer virtuos – nutzt die Papierarbeiten oft aber nur als Ausgangspunkt für einen Arbeitsprozess, an dessen Ende durchscheinende Plexiglasbilder oder Zeichentrickfilme im Stop-Motion Verfahren stehen. Diese Verwandlung macht einen großen Teil der Faszination Ebners Arbeiten aus, doch ist sie nur das Mittel zum Zweck, um hochkomplexe Bildwelten zu erschaffen, in denen das Thema von individueller Erinnerung und offizieller Geschichtsschreibung subtil ausgelotet wird.

Kristina Volke Kuratorin der Kunstsammlung des Deutschen Bundestages

2017

23.09. - 29.10.2017 | Eberhard Hartwig | Malerei, Grafik

Ausstellung 23.09. - 29.10.2017 | Eberhard Hartwig | Malerei, Grafik
Eberhard Hartwig, BRIEF, 2006/7, Rohrfeder, Fett-Tusche, Pigment auf Papier, 325 x 133 cm
Briefe schreiben, händisch. Informationen, Reflexionen übermitteln an einen Menschen, der sie braucht, sich wartend nach einem Wort sehnt? Graphologen wissen über den Charakter der oder des Schreibenden Kernaussagen zu machen. Der Berliner Künstler Eberhard Hartwig erinnert, dass Bild und Zeichen einst auseinander erwachsen sind. Hier fließen seine Zeilen aus weichem Pinsel in freudiger Aufgeregtheit vorwärts, vorwärts. Da kratzt die Feder ab und an innehaltend, klecksend auch. Dort stehen senkrecht festgeschrieben Strich an Strich. Riesige, meterlange Bahnen reihen sich aneinander, weisen in eine Unendlichkeit von Gedankenfluss und Geschichte, Zukunft und Vergangenheit im Heute streifend. In den Bildern von Eberhard Hartwig ebenfalls Zeichen, die als Klammern und Fixpunkte die zarten Farbflächenlandschaften im Format festhalten.

05.08. - 17.09.2017 | Jörg-Uwe Jacob und Reinhard Buch | Malerei, Plastik

Ausstellung 05.08. - 17.09.2017 | Jörg-Uwe Jacob und Reinhard Buch | Malerei, Plastik
Jörg-Uwe Jacob, Waldeslust, 2017, Öl auf Leinwand, 130 x 140 cm und Reinhard Buch, Anordnung (Ausschnitt), 2017, Kunststoff, GFK, 200 x 550 x 210 cm
Der Maler Jörg-Uwe Jacob und der Bildhauer Reinhard Buch sind sich während ihres Studiums an der Hochschule für Bildende Künste Berlin-Weißensee begegnet. In diesen Jahren betraten sie aus innerer Notwendigkeit Grenzräume. Die Bestätigung der eigenen Haltung war wichtig. Jeder folgt seiner Intension, das Interesse an der Arbeit des anderen blieb und ab und an trifft man sich, z. B. in einer gemeinsamen Ausstellung. Für beide mehr, als eine formal-ästhetisch interessante Schau künstlerischer Positionen.

Jörg-Uwe Jacob
Die Möglichkeiten der Malerei. Die eigene Sprache. Keine äußere Vorgabe, keine Mode keine Tendenz. Kontrolliertes fließen lassen, Balance halten in der Spannung der Kontraste, die sich der Fläche bemächtigt. Gleichermaßen kraftvoller Akkord, Affekt und Temperatur bestimmend und hingebungsvolles Ausloten farblicher Differenziertheit.

Von der Pracht des Bildes angezogen, ist jedes Einladung an den Betrachter, der Bewegung des Malprozesses zu folgen, dabei Tiefe und Vielschichtigkeit der Farblandschaft zu ergründen.

Reinhard Buch hat als Student mit seiner ersten großen Arbeit ein Zeichen gesetzt, eine Behauptung des eigenen künstlerischen Wollens. Da seither viele seine Arbeiten im öffentlichen Raum einen Platz gefunden haben, ist es interessant festzustellen, dass er sich vom herkömmlichen Werkbegriff insofern gelöst hat, als er durch die Präsentation der Negativformen die Entwicklung der Form der Phantasie des Betrachters auferlegt. Darüber hinaus wird klar, dass diese Negativformen für sich betrachtet eine eigenständige vom Prozess des Gießens völlig unabhängige Gültigkeit haben können.

Zahlreiche Skulpturen befinden sich in öffentlichen Sammlungen: Nationalgalerie Berlin, Museum für Junge Kunst Frankfurt/Oder, Kunsthalle Rostock,  Altmärkisches Museum in Stendal

17.06. - 30.07.2017 | Karlheinz Wenzel | Malerei

Ausstellung 17.06. - 30.07.2017 | Karlheinz Wenzel | Malerei
Karlheinz Wenzel, Südliche Landschaft, 1993, Gouache, 54 x 73 cm
Jedesmal ist es ein beglückendes Ereignis, wenn Karlheinz Wenzel, von einer seiner Reisen heimgekehrt die Werke präsentiert, die im Nachklang seiner Erlebnisse von Licht, Landschaft und fremder Lebenswelten entstanden sind. Der Balkan, Mittelasien, nordische Küsten, Südfrankreich, aber auch immer wieder die Insel – und Boddenlandschaft um Ahrenshoop inspirieren sein Arbeiten. Die Bilderfindungen des Künstlers sind Reflexionen, Erinnerungen an das sinnliche Erleben von Stimmungen, Farben, Düften, Geräuschen. In virtuoser Leichtigkeit vollzieht sich ihre Verwandlung auf der Fläche; ein Augenschmaus. Von Interesse ist nur noch das Bild, die Malerei, die Komposition, der Rhythmus – ein Reigen feiner Farbspiele nuancenreicher Tonigkeit. Wenzels innere Bild von der Welt ist nicht geträumt. Unterströmungen, die sich nicht auf den ersten Blick offenbaren, entlassen den Betrachter in einer Verunsicherung, oft auch in melancholischer Heiterkeit.

In der kleinen Ausstellung ist nur ein kleiner Teil seines eindrucksvollen Werkes, Arbeiten auf Papier, zu sehen. Deshalb sei an dieser Stelle auf sein großes Wandbild im ehemaligen Hauptfoyer des Klinikums Neubrandenburg hingewiesen, das im Spannungsfeld subjektiver Äußerung und allgemeingültiger Aussage über die Gebundenheit menschlichen Lebens an die Zeit, in bestechender Qualität seines Gleichen sucht.

Arbeiten von Karlheinz Wenzel befinden sich in vielen privaten und öffentlichen Sammlungen.

29.04. - 01.06.2017 | Dorle Stern-Straeter und Ugi Radeloff | Quilts, Metallgestaltung

Ausstellung 29.04. - 01.06.2017 | Dorle Stern-Straeter und Ugi Radeloff | Quilts, Metallgestaltung
Dorle Stern-Straeter ist eine der renomiertesten Quiltkünstlerinnen Europas. Als Beteiligte und Jurorin großer internationaler Ausstellungen und Wettbewerbe, sowie durch ihre Tätigkeit in der deutschen Patchwork-Gilde, deren Gründungsmitglied sie ist, und als Leiterin vieler Workshops hat sie dafür gekämpft, dass dieser Bereich der Textilkunst als eigenständige Kunstform Anerkennung findet und sich immer größerer Beliebtheit erfreut. Die Ausstellung in der Galerie Burg Klempenow gibt einen Einblick in verschiedene Schaffensphasen der heute fast 80-jährigen Künstlerin. Dabei sind die Quilts, die sie in der ganz individuell interpretierten Crazytechnik gearbeitet hat und die inzwischen zu ihrem Markenzeichen geworden sind, besonders stark vertreten. Die Liebe zum Stoff, ob aus Seide, Leinen, Baumwolle oder Samt, ob er farbig, uni, bedruckt oder bemalt ist, drückt sich u.a. in den unendlich scheinenden Variationen ihrer Kombination im einzelnen Block aus. Wie sich die Vielzahl dieser kleinen abstrakten Bildflächen in einem meist rasterartigen Gefüge gegenseitig steigern oder harmonisieren, wie die Quiltstiche die Materialität noch einmal in anderer Weise betonen, macht klar, wie weit sich Dorle Stern-Straeters Quilts von den praktischen dreilagigen Decken zu einer zeitgemäßen Form künstlerischen Ausdrucks entwickelt haben.

Ugi Radeloff hat sich schon als Jugendliche in einer Schmiede vom Metall und seiner möglichen Formbarkeit faszinieren lassen und ist dieser Faszination bis heute gefolgt. Zunächst wurde sie Goldschmiedin und hat dann an der Fachschule für angewandte Kunst Heiligendamm ihre Studien fortgesetzt. Nach einer Anstellung als Leiterin der Metallwerkstatt des damaligen Zentums Bildende Kunst Neubrandenburg arbeitet sie seit 1976 als freie Metallgestalterin. Man spürt die Berufung für ihr Metier. Zwischen Spiel und Strenge entstehen zweckgebundene und freie Arbeiten, wobei sich eine Vorliebe für das eigentlich unedle Aluminium entwickelt hat. Vom Handwerk, dem Formen, Schweißen, Treiben und Ätzen geht alles weitere aus. Das vergisst man leicht, sieht man die klaren, selbstverständlichen Formen, deren grafisch gestalteten Oberflächen jedes Ding zu einer einzigartigen Kostbarkeit macht. Die  Aufgabe, die Spanne zwischen künstlerischer Vision und handwerklicher Perfektion in überzeugender Weise auszuloten stellt sich mit jeder Arbeit neu. Ugi Radeloff beherrscht das immer wieder virtuos und vorbildhaft überzeugend.

25.03. - 23.04.2017 | Lotte Buch | vermiformis

Ausstellung 25.03. - 23.04.2017 | Lotte Buch | vermiformis
Lotte Buch führt in ihrem Werk die Phantasie der Archäologin und das Können der Keramikerin zur künstlerischen Veranschaulichung des abstrakten Begriffs der Erinnerung zusammen. Die Wesenhaftigkeit des Scherbens spielt für die direkte Ansprache eine besondere Rolle. Ein Ereignis wird verschieden erinnert, je nach Blickwinkel wird eine andere Geschichte erzählt. Mit dem Vergehen der Zeit ist das Erinnerte einer Veränderung unterworfen. Die Objekte können so oder anders aufeinander bezogen werden; Gefäße der Erinnerung, die wie archäologische Fundstücke Neugier wecken und so vieles offen lassen; privates Archiv, geheimnisvoll miteinander verwandt-verzurrte Artefakte, so dünn wie Papier – hochgebranntes Porzellan, hart und verschlossen.

2016

03.12.2016 | Linde Famira | Weihnachtsausstellung

03.12.2016 | Linde Famira | Weihnachtsausstellung
Linde Famira überrascht uns mit filigranen Zeichnungen, die Weltgeschehen in einer Notitz zu fassen suchen. Die Malerei expressiv und symbolträchtig wirkt direkt und unausweichlich. Die Objekte werden aus dem Abfall, den Überbleibseln und achtlos herumliegenden Resten von Irgendwas spielerisch zusammengebaut und erzählen, ähnlich archäologischen Funden, von der heutigen Lebenswelt der städtischen Gesellschaft. Die Arbeiten der Berliner Künstlerin sind am 3. Dezember 2016 während des Adventsmarktes im Kabinett der Galerie Burg Klempenow zu sehen.

03.09. - 16.10.2016 | Trak Wendisch | Malerei, Skulptur

Ausstellung 03.09. - 16.10.2016 | Trak Wendisch | Malerei, Skulptur
„Die Sprache der Bildwerke von Trak Wendisch ist gespeichertes Leben. Sie berührt elementar, gleichsam als Beachtung heischendes Signum, das Sein eines komplexen Lebensgefüges zwischen niederdrückender Tragik und aufreizender Euphorie, zwischen Beherrschtheit und Aufruhr, zwischen Schwerkraft und Fliehkraft, zwischen Abschied und Ankunft.“ Ulrich Kavka, Berlin 2015 in Flora, 3

16.07. - 28.08.2016 | Einblicke | Leihgaben aus der Sammlung der Kulturstiftung Rügen

Ausstellung 16.07. - 28.08.2016 | Einblicke | Leihgaben aus der Sammlung der Kulturstiftung Rügen
In der Sommerausstellung auf Burg Klempenow werden Handzeichnungen, Grafiken und Gemälde aus der Sammlung der Kulturstiftung Rügen gezeigt, aus der spannenden Entstehungszeit von 1945 bis 2012 .Trotz teils konfliktgeladener Ausgangspositionen der z Künstlerinnen und Künstler gewinnt die Präsentatiion durch eine gewisse Leichtigkeit .

Im Burgsaal und im Kabinett des Westflügels sind bis zum 28. August 2016 Werke von Manfred Butzmann, Carlfriedrich Claus, Wolfram Ebersbach, Wolfgang Frankenstein, Antje Fretwurst – Colberg, Friedrich – Wilhelm Fretwurst, Bernhard Heisig, Johannes Heisig, Annelise Hoge, Hannah Höch, Horst Hussel, Edmund Kesting, Walter Libuda, Michael Möbius, Barbara Müller- Kageler, Rolf Münzer, Uwe Pfeiffer, Helmut Senf und Reinhard Springer zu sehen.

04.06. - 10.07.2016 | Sibylle Leifer | Malerei, Grafik

Sibylle Leifer zeigt eine sehr eigen-und widerständige Kunst. Ihre Aufmerksamkeit gilt der einfachsten Kreatur wie den größten gesellschaftlichen Problemen. In den Mythen der Menscheitsgeschichte, von ihrem Ursprung über ihre Wandelbarkeit und ihrer Bedeutung in der Zeit findet Sibylle Leifer den Stoff, der künstlerische Auseinandersetzung fordert. Meist sind Frauen die Handelnden, wild, stark, extatisch.

In der Ausstellung auf Burg Klempenow wird auch die vollständige Serie der sieben Todsünden zu sehen sein. Desweiteren werden Bücher mit Holzschnitten von Sibylle Leifer zum Kauf angeboten.

„Hoffnung und Verzweiflung im Wechsel und letztendlich der Zweifel, die große Ratlosigkeit; diese zehrenden Gemütsbewegungen fließen in jedes meiner Bilder. Augen im Kopf zu besitzen bedeutet noch lange nicht sehen zu können. Der Halbsehende ist derjenige, der nur sieht, was drauf ist, der nichts dahinter bemerkt, wie Inhalt zur Form, Rhythmus, Komposition. Der Halbsehende ist nichtsdestotrotz ein sympatische Mensch, weil er überhaupt hinblickt.“
Zitat: Sibylle Leifer, Hinterland. Seite 58

30.04. - 23.05.2016 | Karsta Lipp und Susan Lipp | Manchmal gehen wir auch zum Hafen | Malerei, Zeichnung, Collage

Ausstellung 30.04. - 23.05.2016 | Karsta Lipp und Susan Lipp | Manchmal gehen wir auch zum Hafen | Malerei, Zeichnung, Collage
Zwei vielseitige Berliner Künstlerinnen, Mutter und Tochter, überschreiben ihre Ausstellung in der Galerie Burg Klempenow mit den Worten „Manchmal gehen wir auch zum Hafen“ und geben damit einen Hinweis auf häufige, lange Aufenthalte auf der Kykladeninsel Anafi. Atmosphäre, Landschaft und Menschen werden immer vertrauter. Offen, frisch und unmittelbar sind grafische Anlage und malerische Spur der teils großformatigen Bilder von Karsta Lipp. Die Collagen von Susan Lipp scheinen Traumfetzen zu vergegenwärtigen.

Musik: Stefan Samrowski-Strasser – Gitarre und Gesang, Karsta Lipp – Bouzouki,  Rainer Kühn: Gitarre
Einführung: Achim Niemann, Maler

26.03. - 24.04.2016 | Christin Wilcken | Äußere Umstände | Arbeiten auf Papier

Christin Wilcken hat Kommunikationswissenschaften studiert und 2017 ihr Kunststudium am Caspar-David-Friedrich-Institut der Universität Greifswald abgeschlossen. Seit dem ist sie mit 12 Förderpreisen und Stipendien bedacht worden, was ihr das zeitweilige Arbeiten in neuen Bezugsrahmen, auch in größeren Ateliers ermöglichte und infolge nicht nur größere Aufmerksamkeit, sondern Einladungen zu wichtigen Ausstellungen einbrachte. In Handzeichnungen und Objekten formuliert sie ihr poetisches Verhältnis zu Natur und Landschaft. Ihre Heimat ist Mecklenburg und die Themen, die in ihren Werkfolgen aufscheinen, vielfach variert werden und schließlich auch ineinander übergehen sind bezeichnet z.B. mit MEER | EINSIEDEL | WÄLDER | UNTER BÄUMEN | DÄMMERUNG | NACHT | ZOOM | SCHEIN | BODENLOSE GEGEND. Diese Begriffe rufen ganz bestimmte Assoziationsebenen in uns auf und auch die Art, sich mit ganz wenigen, vergleichsweise bescheidenen Mitteln auszudrücken, ist nicht fremd, sondern aus verträumten Stunden der Kindheit vertraut. Melancholie schwingt mit. Es zeigt sich, wie die vermeintlich aus der Geschichte ausgestiegene zeitgenössische Kunst durchaus mit der Gedanken-, Gefühls- und Bildwelt der Altvorderen verwoben ist und über das einzigartige Werk hinaus Zusammenhänge entdeckt werden können.

2015

06.09. - 01.11.2015 | Thomas Kuzio | Wandel | Malerei, Grafik, Glasobjekte, Dokumentation zu architekturgebundener Glasgestaltung

Ausstellung 06.09. - 01.11.2015 | Thomas Kuzio | Wandel | Malerei, Grafik, Glasobjekte, Dokumentation zu architekturgebundener Glasgestaltung
Thomas Kuzio wird in Fachkreisen und zunehmend auch darüber hinaus als herausragender Künstler der zeitgenössischen Glasgestaltung gefeiert. Als beispielhaft werden seine Fenstergestaltungen für den sakralen Raum beschrieben. Dies ist seinem außerordentlichen Vermögen geschuldet, durch seine temperamentvoll – informelle, mit Licht und vielfachen Farbschichten virtuos spielende Glasmalerei, Architektur zu vollenden, Atmosphäre zu schaffen und der gegenwärtigen Bestimmung von Räumen eine Würde zu geben. Als ein Beispiel für die berührende Synthese von Respekt, Einfühlung und Behauptung sei hier die Gestaltung der Fenster im ältesten Teil des Naumburger Doms, in der Krypta genannt. Eine Dokumentation macht auf diesen Teil seines künstlerischen Schaffens aufmerksam.

In Burgsaal und Kabinett sind freie Arbeiten der Malerei und Grafik von Thomas Kuzio zu sehen, die teils von der Glut der Rauschmelze durchhitzt scheinen und auch die Verbindung zum Glas als das Zarte, Luzide, Zerbrechliche nicht leugnen. Die streng geordneten bildnerischen Elemente beginnen auf der Fläche ein Eigenleben, durchbrechen die Konstruktion und erobern sich scheinbar schwärmend die Fläche neu.

Midisage: 19.09.2015
Musik: Christian Kuzio
Einführung: Detlef Stapf, Publizist und Unternehmensberater

19.07. - 30.08.2015 | Grit Sauerborn | Passage | Malerei, Handzeichnungen

Ausstellung 19.07. - 30.08.2015 | Grit Sauerborn | Passage | Malerei, Handzeichnungen
Die in Rostock lebende Künstlerin wurde 1964 in Bützow geboren. Sie ist ausgebildete Schrift-und Plakatmalerin, studierte Malerei und Grafik bei Waldemar Krämer und an der Kunst-und Medienschule Rostock. Sie hat einen Sohn.

Wichtig für Ihren künstlerischen Werdegang war auch die Arbeit am Volkstheater Rostock. Heute ist sie freischaffend und Mitglied des Künstlerbundes M/V. Arbeits- und Reisestipendien führten sie bis nach Japan. Sie ist Dozentin und Initiatorin verschiedener auch internationaler Kunstprojekte.

In jedem Bild spürt man gespannte Beherrschtheit, den Wunsch nach Klarheit, das Streben nach einer Harmonie; nach einem Gleichgewicht der den Wahnsinn reiner Emotion bezwingenden Kräfte.

Vielleicht könnte man von einer nordischen Anmutung sprechen, auch von einer Disziplinierung erzählerischer Elemente. Das kompositorische Gerüst schafft Raum und Fläche. Ein Erstrahlen aus reinem Farbgrund steht da, einsam und ergreifend schön oder es verbreitet sich stumpf gebrochen eine diffuse Stille. Das ganze Lebensgepäck geht mit auf die Reise, eine Passage mit Start und Ziel. Doch bleibt alles offen, mit nur einem Funken Hoffnung, manchmal beklemmend ungewiss.

Jede Zeichnung ist eine Einladung an die Fantasie, so frei und reduziert, wie inspirierend.

Nicht erklärbar ist die Magie ihrer Bildsprache.

Vernissage: 18.07.2015
Musik: Gabriele Hesse, Stimme
Einführung: Dr. Simone Tippach-Schneider, Kunstwissenschaftlerin

07.06. - 12.07.2015 | Kristine Kautz | geschöpft - kaschiert - bedruckt | Malerei, Installation, Skulptur

Ausstellung 07.06. - 12.07.2015 | Kristine Kautz | geschöpft - kaschiert - bedruckt | Malerei, Installation, Skulptur
Die Ausstellung von Kristine Kautz zeigt den freien, ungebundenen Umgang mit dem Werkstoff Papier als künstlerisches Medium. Das ursprüngliche Handwerk der Papierherstellung aus den unterschiedlichsten Pflanzenfasern oder Hardern mit den Etappen Herstellen der Pulpe, Schöpfen, Gautschen und Trocknen ist Grundlage gleichzeitig anstrengender, spannender Arbeitsprozess vor der Ausführung der eigentlichen künstlerischen Idee und in seinem Verlauf dieser untergeordnet. Die Dichte, die Oberflächenstruktur und die haptische Wirkung der Fasermasse machen ihre Sinnlichkeit aus, deren Entfaltung Kristine Kautz in thematisch sehr unterschiedlichen Werkgruppen vorantreibt. Die große Spannweite technischer Möglichkeiten liegen zwischen den durchscheinenden Werken aus Kozo (Maulbeerbaumfasern) und einem aus mehreren Schichten gedrehter Papierbahnen gefertigtes Möbel. 

Die 1944 in Halle geborene Kristine Kautz lebt heute in Mecklenburg -Vorpommern und hat in Wrangelsburg eine Papiermanufaktur und eine Holzdruckbuchstabenwerkstatt aufgebaut. Sie ist Mitglied des Künstlerbundes M/V und der International Association of Hand Paper Markes and Paper Artists. Über mehr als zehn Jahre hat sie internationale Workshops zum Thema Fazination Papier und experimentelle Mode iniziiert. Ein Stipendium des Landes M/V führte sie nach Litauen. Es folgten weitere Studienreisen nach Nordafrika und Asien.

Vernissage: 06.06.2015
Musik: Sophia Warczak, Harfenistin
Einführung: Sibylle Leifer, Malerin

26.04. - 31.05.2015 | Gabriele Schulz | ...in das lautlose Wasser geworfen | Malerei, Handzeichnungen

Ausstellung 26.04. - 31.05.2015 | Gabriele Schulz | ...in das lautlose Wasser geworfen | Malerei, Handzeichnungen
Gabriele Schulz wurde 1949 in Wittstock geboren. Sie studierte an der Hochschule für Bildende Künste Dresden bei den Professoren Kettner, Eisel und Mroczynski. Die Freundschaft zu dem Maler Curt Querner war für sie von richtungsweisender Bedeutung. Gabriele Schulz lebt und arbeitet in Roga und Neubrandenburg. In den Jahren 1992 bis 1995 war sie Dozentin und Leiterin des Zeicheninstituts der Universität Tübingen. Ihre Werke befinden sich in Privatsammlungen in Dänemark, den USA, der Schweiz und in Deutschland sowie in öffentlichen Sammlungen, z.B. in der Kunstsammlung Neubrandenburg, der Sammlung des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte, des Landes Mecklenburg Vorpommern, der Sparkasse Mecklenburg-Strelitz, der Stadt Heide, der Galerie Junge Kunst Frankfurt/Oder, der Kunstsammlung Gladsaxe/Kopenhagen, des Stadtmuseums Tübingen und der Grafischen Sammlung der Eberhard Karls Universität Tübingen.

Die Ausstellung umfasst Arbeiten aus drei Jahrzehnten. Auftakt und Endpunkt sind Selbstporträts, denn in langen Jahren fast täglicher Selbstvergewisserung bilden sie einen originären Teil des Werkes von Gabriele Schulz. Sie selbst sagt: “Malen bedeutet Leben.“ In klassischer Aufgabenstellung von Porträt, Landschaft und Stillleben erarbeitet sich die Künstlerin Stabilität und innere Freiheit. Jedes Bild kann als Seismograf ihrer eigenen Verfasstheit begriffen werden. Expressive Porträts, ferne und vertraute Landschaften, Weiden mit aufscheinender Wesenhaftigkeit, die man zwischen Porträt und Stillleben ansiedeln möchte und überaus zarte Aktzeichnungen bestimmen die Auswahl, wobei das Gesamtschaffen der Künstlerin keineswegs gespiegelt wird. Es werden Einblicke in spezifische Arbeitsbereiche eröffnet.

2014

03.11. - 07.12.2014 | andre van uehm | fotografien, montagen, prints

Ausstellung 03.11. - 07.12.2014 | andre van uehm | fotografien, montagen, prints

24.08. - 26.10.2014 | Ute Gallmeister | Der Mond im Schatten deiner Haut | Malerei, Handzeichnungen

Ausstellung 24.08. - 26.10.2014 | Ute Gallmeister | Der Mond im Schatten deiner Haut | Malerei, Handzeichnungen
Linien deuten eher an, als dass sie beschreiben, kennzeichnen knapp Raum und Struktur. Zart oder schroff, fließend oder spröde gekratzt erfüllen sie die Bildfläche auf- und abtauchend mit unmittelbarer Lebendigkeit; ein Gerüst, um sich nicht in den stillen nebelhaft verschleierten, kulissenartigen Räumen zu verlieren. Herbe Kontraste gehören ebenso zum virtuosen Spiel mit geliebten Farbpaarungen wie vielschichtige, sensitive Zartheit. Die Freiheit, mit der die Künstlerin oft Gesehenes ins Bild setzt, lässt dem Betrachter Raum, eigenen Erfahrungen nachzuspüren.Ute Gallmeister wurde in Rostock geboren, ist Grafikdesignerin und hat an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee bei Dieter Goltzsche und Hanns Schimanski Malerei studiert. Sie war Meisterschülerin von Max Görner. Werke der Künstlerin befinden sich in privaten und öffentlichen Sammlungen, z.B. in der Kunstsammlung des Landes Mecklenburg Vorpommern oder im Virginia Center for the Creative Arts, Amherst (Virginia,USA).

29.06. - 17.08.2014 | Bernd Kommnick | Assemblagen, Reliefs, Zeichnungen

Ausstellung 29.06. - 17.08.2014 | Bernd Kommnick | Assemblagen, Reliefs, Zeichnungen
Bernd Kommnick, 13_o_017, 2013, Acryl auf Karton, 100 x 100 cm
Der Auftakt zu Bernd Kommnicks Ausstellung im Burgsaal ist ein weißes Quadrat. Das Spiel mit dieser geometrischen Form beginnt dem gegenüber mit einem Rasterrelief. Man entdeckt, dass Weiß nicht mehr allein steht, sondern die Schatten der sich kreuzenden Stege eine vieltonige Lebendigkeit erzeugen. Die Strenge mit der der Künstler die Rückführung auf das Einfache betreibt, zeigt paradoxer Weise die schier unendlich scheinenden Variationsmöglichkeiten innerhalb der selbst auferlegten Grenzen, andererseits, dass die auf Klarheit und Eindeutigkeit zielende Beschränkung Eleganz und Schönheit hervorzubringen vermag. 

Die Vielfarbigkeit von Schwarz ist im zweiten Raum zu erleben. Eine Herausforderung konzentrierten Sehens sind Bernd Kommnicks Linienformationen auf schwarzem Grund, die nur scheinbar zu immer tiefer liegenden Bildebenen führen, oder die, die das Rot oder Blau aus der schwarzen Materie ziehen, oder die in Bildpaaren die Auflösung geometrischer Körper in der Fläche demonstrieren.

Nach seinem Ingenieurstudium machte Bernd Kommnick sein Diplom an der Kunsthochschule Weißensee und war Meisterschüler bei Dieter Goltzsche. Seine Arbeiten befinden sich in öffentlichen und privaten Sammlungen.

27.04. - 22.06.2014 | Bernd Kerkin | 85 ∙ 12 | Malerei, Grafik

Ausstellung 27.04. - 22.06.2014 | Bernd Kerkin | 85 ∙ 12 | Malerei, Grafik
 85 – 12 heißt ein ganzer Ausstellungszyklus, der in der Galerie Burg Klempenow nach Präsentationen in der Galerie Am Weißen Hirsch, Dresden, in der Galerie Waidspeicher, Erfurt und im Museum der Stadt Neustrelitz seinen vorläufigen Abschluss findet. Für die Ausstellungen wurden unter jeweils verschiedenen Gesichtspunkten Werke aus ca. 30 Jahren künstlerischen Schaffens ausgewählt.

Bernd Kerkin geht von einem klar formulierten Realitätsbezug aus. Der Bildgegenstand wird in vielen Denk- und Malschichten immer radikaler isoliert. Reduktion und Abstraktion während der Arbeit klären die Bildhaltigkeit des Gegenstands und die Darstellung wird letztlich in einer die Fläche dominierenden

Zeichenhaftigkeit konzentriert. Bei Annäherung an Kerkins Werk durch reines, unvoreingenommenes Schauen wird die seinen Bildern innewohnende emotionale Kraft spürbar.

Bernd Kerkin wurde 1951 in Bernau geboren und studierte nach dem Abitur an der TU Dresden Architektur. Seit 1984 ist er freiberuflicher Maler und Grafiker. Seine Werke befinden sich in vielen privaten und öffentlichen Sammlungen u. a. in der Kunstsammlung Neubrandenburg, im Kupferstichkabinett der Nationalgalerie Berlin und im Museum of Modern Art New York.

2013

29.09. - 03.11.2013 | Peter Koch | Arbeiten auf Papier

Ausstellung 29.09. - 03.11.2013 | Peter Koch | Arbeiten auf Papier
Peter Koch, Weiträumige Landschaft, 2011, Mischtechnik, 47 x 61 cm
Die Ausstellung zeigt Werkgruppen aus den letzten beiden Jahrzehnten. Die Bilder bersten vor Spannung widerstreitender Kräfte, auf anderen hinterlässt Peter Koch Spuren lyrischer Anmutung. Dabei spielt es keine Rolle, ob reale Sehereignisse oder innere Bilder ursächlich für seine

Kunst sind. Er bewegt sich diesseits und jenseits der Grenze zwischen freier Malerei und dem Streben nach Wiedererkennbarkeit von Realität. Architektur spielt eine Rolle; Durchblicke, Verschränkungen und ganz wichtig immer wiederkehrend in seinem Schaffen ist der Bezug zum Wasser. Stadt am Meer, Strand, Hafen, Boote und weite Landschaft verweisen vielleicht darauf, dass Peter Koch seine Kindheit hier im Norden erlebt hat. Dresden ist seit langem sein Lebensmittelpunkt. Als Solo-Cellist ist er ein gefragter Interpret zeitgenössischer Musik, spielt immer wieder exklusiven Jazz, komponiert und unterrichtet Improvisation an der Hochschule für Musik Dresden.

11.08. - 22.09.2013 | Künstlergruppe E6 hoch 1 und Gäste | Emailkunst

Ausstellung 11.08. - 22.09.2013 | Künstlergruppe E6 hoch 1 und Gäste | Emailkunst
Die jahrtausende alte Technik des Emailierens hat immer dem Bedürfnis nach Schmuck und Prunk gedient und ist an bestimmte materielle Voraussetzungen und die Beherrschung des Handwerks gebunden. Vor 13 Jahren arbeiteten Rügener Künstler als Gäste in den bekannten Erfurter Werkstätten und die Lust, sich dieser Technik als Mittel freier künstlerischer Äußerung zu bedienen, veranlasste sie, am Kunstort Alte Wassermühle Wreechen einen eigenen Brennofen zu bauen. Regelmäßig, im Frühjahr und im Herbst treffen sich die Metallgestalter zu gemeinsamer Arbeit und Gedankenaustausch. Der Gruppe E61 gehören Helmut Senf, Bernard Misgajski, Armgard und Manfred Stenzel, Hans Reiche, Hans-Werner Kratzsch und Takwe Kaenders an; ihre Gäste in dieser Ausstellung sind nun Uta Feiler, Rolf Lindner, Thomas Lindner und Johannes Kaiser aus Erfurt.

Ihre Werke sind bei diesem kalten schweren Bildträger von unerwartet sensibler, malerischer Bildhaftigkeit, andere schicken ein Signal durch den Raum oder beschreiben mit knapper Geste einen Bewegungsablauf. Die einen entwickeln Raster, spielerisch strukturelle Vielfalt auslotend, andere konzentrieren sich darauf, die Fläche mittels klarer Farben und einfachster geometrischer Figur auszuspannen.

15.06. - 04.08.2013 | Joachim Böttcher | Handzeichnungen, Malerei, Skulpturen

Ausstellung 15.06. - 04.08.2013 | Joachim Böttcher | Handzeichnungen, Malerei, Skulpturen
Joachim Böttcher ist Zeichner, Maler und Bildhauer zugleich. Das Ereignis seiner Kunst ist nicht Wirklichkeit abbildend, sondern suchend und stellt jedes Ergebnis eines Vordringens infrage.

Aus seinem Werk erwächst eine Wahrheit, deren spröde Klarheit sich in Schichten feinster Tonigkeit sensibel aufbaut, dabei Härten, Schroffheiten und Brüche zulässt. Die Bewegung im schmalen Raum zwischen Erkennbarem und Abstraktem erzeugt eine ungeheuere Spannung; das Fragmentarische wird als stimmiges Ganzes empfunden. 

Der Künstler wurde 1946 in Oberdorla geboren, machte 1964 das Abitur und wurde zunächst Steinmetz. Er studierte Malerei und Grafik an der Hochschule für Bildende Künste Dresden, arbeitete freischaffend in Dresden und Berlin und war Meisterschüler von Werner Stötzer. Er wurde mit Stipendien und dem Brandenburgischen Kunstpreis der MOZ für Bildhauerei bedacht und wurde zu Ausstellungen im In -und Ausland eingeladen. 

Seine Werke befinden sich in privaten und öffentlichen Sammlungen, u.a.: Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Nationalgalerie, Kupferstichkabinett Berlin, Kunstsammlung im Deutschen Reichstag, Senat von Berlin, Stiftung Stadtmuseum Berlin, Brandenburgische Kunstsammlung Cottbus, Viktoria Versicherungsgruppe Düsseldorf, Kloster Unserer Lieben Frauen Magdeburg, Museum Ludwig Köln, Kunstsammlung der Sparkasse Uckermark, Kunsthalle Rostock, Staatliches Museum Schwerin und Kunstsammlung Neubrandenburg. 

Heute lebt und arbeitet Joachim Böttcher in Stabeshöhe/ Uckermark und in Berlin.

28.04. - 09.06.2013 | Anna Werkmeister | Stills, Videoinstallationen, Lichtobjekte

Ausstellung 28.04. - 09.06.2013 | Anna Werkmeister | Stills, Videoinstallationen, Lichtobjekte
Die Berliner Künstlerin Anna Werkmeister lässt in ihrem grafischen und malerischen Werk schon immer eine analytische Grundhaltung erkennen, die auch für die hier vorgestellten Videoinstallationen, Stills und skulpturalen Objekte Voraussetzung ist.

Im Gedächtnis verankerte Bildbezüge beispielsweise zum Thema „mittelalterliche Wassermühlen“ ergründet die Künstlerin neu. Sie wählt ein Segment in Nahaufnahme, streckt den zeitlichen Rahmen der Wahrnehmung und intensiviert die unendliche Folge des Geschehens. Das Aufleuchten einzelner Tropfen vor dem Hintergrund des fallenden Mühlwassers verstärkt den Eindruck von Bildtiefe und Lebendigkeit; im Ergebnis minimalistisch und sehr konkret.

Diese Formsprache hat die japanische Musikerin Mayako Kubo zur Komposition eines Trios für Streicher angeregt. Sie reagiert auf die Struktur des Videos „Turning Points“ und erzeugt in rhythmischer Gegenbewegung eine neue Intensität des Erlebens.

Strenge und formale Reduktion bestimmen auch die Objekte. Dabei gibt Anna Werkmeister  strahlendem Licht und abgeschlossenem Dunkel Raum, ebenso der Wechselwirkung von Schärfe und Unschärfe sowie der kontrastierenden Materialität der Bauteile.

2012

23.09. - 28.10.2012 | Christina Rode | Hinter der Rinde | Skulpturen

Ausstellung 23.09. - 28.10.2012 | Christina Rode | Hinter der Rinde | Skulpturen
Christina Rode, Während in der wirren Glut das Gras wächst, 2012, Kiefer gekalkt, 162 cm
Zu schauen, was sich hinter dem Offensichtlichen verbirgt kann abenteuerlich, spannend oder ernüchternd sein, sich als Herausforderung erweisen oder neue Wege eröffnen. Vor Jahrhunderten haben Menschen Schriftzeichen auf dem Bast der Birke hinterlassen, das Holz der Eiche zum Einbaum umfunktioniert, Holz als Grundstoff zum Bau ihrer Behausungen genutzt, die Idee von höherer Instanz ins Holz geschnitten, auch um der Ewigkeit beizukommen, in deren Schatten der Mensch sein tatsächliches Maß zu erahnen begann.

Christina Rodes Hinwendung zu diesem besonderen Material geschah wahrscheinlich beim Spiel in frühen Kindertagen; sie hat es erkundet; die Oberfläche, die Struktur, die Farbe, den Duft, die Formbarkeit und nicht zuletzt auch beim Musizieren auf einer kleinen Holzflöte. In dieser Ausstellung laden Klangbaum und Saitenthron ein, Christina Rodes Kunst mit allen Sinnen zu begreifen, die Figurenlandschaft des Reliefs mit Auge und Hand zu ertasten, die Schwingungen der Saiten vom Kunstwerk aus Apfelholz im eigenen Körper zu spüren. Damit ist ein weiter Bogen gespannt, die beruflichen Anfänge als Facharbeiterin für Holztechnik, das Studium bei Professor Hans Brockhage in Schneeberg, Möbel-, Spielgeräte- und Wegzeichenbau einschließend, zu einem vielgestaltigen, feinsinnigen Werk figürlicher Plastik. Oft sind es Befindlichkeiten und Gestimmtheiten, Situationen, denen kaum Beachtung geschenkt wird, die Christina Rode mit ihrer Kunst ins Bewusstsein zurückholt und deren Bedeutung Raum gibt.

12.08. - 16.09.2012 | Rebecca Michaelis | … eine rosagelbe Linie, dann dunkel | Handzeichnungen, Malerei, Objekte

Ausstellung 12.08. - 16.09.2012 | Rebecca Michaelis | … eine rosagelbe Linie, dann dunkel | Handzeichnungen, Malerei, Objekte
Rebecca Michaeleis, 4_10, 2010, Gouache und Tusche auf Papier, 29,7 x 21 cm
Rebecca Michaelis hat sich mit dieser Ausstellung, ihre Liebe zur weißen Wand vergessend, auf das Abenteuer Burg eingelassen. Mit  Entdeckerfreude hat sie kleine Details im vielgestaltigen mittelalterlichen Baukörper aufgespürt, mit deren Grundformen sie auch in ihren großformatigen Gemälden spielt.

Über Stunden stillen Schauens hinaus bleibt die Freude an der Ergründung  ihrer Bildwelten ungebrochen. Der erste Eindruck von geometrischer Klarheit und Präzision ist nicht falsch, meint aber nur die Prismen und Rastersysteme der kaleidoskopähnlichen Kompositionen. Dahinter wird es weit und tief; ganz malerisch eröffnen sich Räume, Landschaften, Welten. Trotz der großen formalen Geschlossenheit sieht man sich einem vielfachen Wechsel der Perspektiven, Spiegelungen und Brechungen auf unterschiedlichen Ebenen ausgesetzt. Der Blick beginnt an ständig neuen Ausgangspunkten die Wanderung in die Tiefen des Bildes. Er findet keinen Weg, kein Geländer, keinen Haltepunkt – kein Ziel. Ihre  am Boden liegenden Objekte spiegeln Bildfragmente und Konstruktionsstrukturen des Dachstuhls. Alles hat mit allem zu tun.

17.06 - 05.08.2012 | Kai Klahre | Handzeichnungen, Malerei

Ausstellung 17.06 - 05.08.2012 | Kai Klahre | Handzeichnungen, Malerei
Kai Klare, alberich, 2012, Öl auf Aluminium, 32 x 42 cm
Die Kunst von Kai Klahre fußt auf einem sicheren zeichnerischen Fundament. Seine Malerei entwickelt ihre Suggestivkraft durch das flackernd reflektierte Licht, das sich an den Schichten mal satt; mal trocken auf Alu-Platten aufgetragener Ölfarbe bricht. Die Farbwahl folgt der Tiefe des sich entwickelnden Gedankens. Seine Bildwelt gegenständlich, figürlich, erinnert an die Dramen kindlicher Träume. Ein Einzelner im Wald , in der Höhle, am Graben, in undefinierten Räumen, befasst mit nicht immer schlüssigen Tätigkeiten und Verrichtungen, führt von Bild zu Bild immer tiefer in den Bereich des Unbewussten. Trotz permanenter Irritation spürt man ein Vertrautsein mit dieser Einsamkeit.

06.05. - 10.06.2012 | Linde Famira | my house has no address | Malerei, Handzeichnungen und Objekte

Ausstellung 06.05. - 10.06.2012 | Linde Famira | my house has no address | Malerei, Handzeichnungen und Objekte
Linde Famira, Morgenhäuser, 2001, Acryl auf Hartfaserplatte, 80 x 122 cm
In Linde Famiras kraftvoller Malerei ist ein Schwingen, das unmittelbar Raum greift. Die grafische Geste überträgt den expressiven Impuls ihrer Arbeit, einen  Rhythmus der abbricht, sobald er den Betrachter berührt hat. Ein Thema wird in schmuckloser Direktheit vorgetragen. Fast ist man verführt, sich im satten Dunkel des Uferschattens zu verlieren, sich selbst in das nicht enden wollende Frühlingsgrün zu geben oder den geheimnisumwitterten Raum hinter morbiden Hausfassaden zu betreten, wenn man nicht eine permanente Beunruhigung spürte. Ein feines Sensorium für Abgründiges, für das Fatale, die Katastrophe hinter allem Sein führen zur Komplexität der Mitteilung.

2011

17.09. - 30.10.2011 | Axel Anklam | Land | Skulpturen

Ausstellung 17.09. - 30.10.2011 | Axel Anklam | Land | Skulpturen
Axel Anklam, toal, Edelstahl, 2011, 60 x 40 x 30 cm
Dynamisch in der Charakterisierung des Gegenstandes vereint Axel Anklam die Jahrtausende alte Kunst des Schmiedens und den freien experimentellen Umgang mit Latex, Epoxydharz und Edelstahl. Die elegant konvex und konkav bewegte Kontur transportiert die Kraft, die vom geschmiedeten Inneren der Skulpturen nach außen wirkt. Die membranartigen, fein gespannten Ummantelungen spielen mit Licht und Farbe. Sie scheinen das Geheimnis von Harmonie zu bewahren. Die Kinder des Boreas, Gott des Nordwindes, durchwehen den mittelalterlichen Raum. Die Statuarik des alten Gemäuers wird durch die elegante Bewegung der Boreaden neu erlebbar.

06.08. - 11.09.2011 | Tanja Zimmermann | August im November

Ausstellung 06.08. - 11.09.2011 | Tanja Zimmermann | August im November
Tanja Zimmermann, Puppe, 2011, Collage, Mischtechnik auf Leinwand, 50 x 50 cm
Die Verwandlung eines Stück Papiers in eine Kostbarkeit aus feinsten Farbschleiern und Wegzeichen in eine Welt, die Räume schafft von Horizont zu Horizont immer weiter sich öffnend. Sehnsuchtsblätter, die das Kleine im Großen, die Nähe in der Ferne, die Poesie im Überleben, das Bleibende im Fließen, den August im November erspüren. Malerei, die manchmal eher gezeichnet ist, Collagen, die eher gemalt sind, zeigt die Ausstellung von Tanja Zimmermann.

18.06. - 31.07.2011 | Barbara Wetzel | Margarete oder Frau mit Hund | Holzschnitte, Zeichnungen und Objekte

Ausstellung 18.06. - 31.07.2011 | Barbara Wetzel | Margarete oder Frau mit Hund | Holzschnitte, Zeichnungen und Objekte
Atelierfoto, 2010, Holzschnitt und Druckstock: Margarete oder Frau mit Hund
Barbara Wetzel, Steinmetzin und Bildhauerin (Diplom HfBK Dresden) möchte wie die mittelalterlichen Illustratoren und Erzähler verstanden werden. Die Kommunikation durch die Holzplastiken, Holzschnitte, Objekte und Zeichnungen erfordern Erinnerung und Konzentration, denn sie findet auf einer ganz anderen, den heutigen Menschen ergreifenden Ebene statt. Der spannende Prozess bis zu dem Augenblick, da sich Subjektives und Allumfassendes, Spontaneität und Reife die Waage halten führt zu dieser Kunst.

Da ist die heilige Margarete von Antiochien, die aufgestanden ist, ihren eigenen Weg zu finden, die Schafhirtin, die den Teufel besiegt und da die Margarete, die Paul Celan in der „Todesfuge“ immer wieder vergegenwärtigt oder ist es die Margarete, die Frau auf der Straße mit angeleintem Hund, Ausschau haltend, wonach nur?

07.05. - 13.06.2011 | Anneliese Schöfbeck | Nachbarliche Welten | Malerei, Collagen

Ausstellung 07.05. - 13.06.2011 | Anneliese Schöfbeck | Nachbarliche Welten | Malerei, Collagen
Anneliese Schöfbeck, Werkstatt und Scheune, 1998, Öl, 64 x 91 cm
Fragmente unbegreiflicher Landschaft in Mecklenburg oder anderswo in der Welt formt Anneliese Schöfbeck zu Bildern expressiver Vitalität. Die kraftvolle Spur ihrer Malerei lässt großzügig Raum für Licht und Farbe. Die Bestimmtheit der Komposition gibt dem Gesehenen eine eigenwillige Ordnung. Hinter der abstrahierten Form schwingt die Bewegtheit von Einfühlung und geistiger Durchdringung; Lebendigkeit des inneren Sehens. 

Der Titel „Nachbarliche Welten“ beschreibt auch das fortwährende Interesse der Künstlerin an eigentlich schon Bekanntem, zeichnerisch und malerisch Ergründetem. Das Erspüren des Spektakulären in der heimatlichen Landschaft und temporäre wie strukturelle Veränderungen führen zu einer ganz neuen Sicht, zu neuen Bildern, zu einem individuellen Werk.

2010

04.09. - 31.10.2010 | Detlev Schwarz | Im Malen liegt etwas Unendliches (Vincent van Gogh) | Malerei

Die Malerei von Detlev Schwarz lebt aus der Farbe. Alle Mitteilungen erfolgen durch die Farbe als expressiver Ausbruch, in strahlender Präsens oder im Streif durchscheinender Zartheit; ein überreiches Spektrum, das er virtuos zu handhaben weiß. Auf der Leinwand schwelgend, als sei das Leben ein Fest, oder Schicht um Schicht bis zum letzten stumpfesten Grau vordringend, das dennoch etwas Hoffendes offen hält, ist jedes Bild dem poetischen Vers eines unendlichen Gedichts vergleichbar. Landschaft, Interieur, Stillleben, Akt und Porträt geben Anlass, durch das Malen eine Klärung herbeizuführen über das, was als wahr empfunden wird.Detlev Schwarz wurde 1950 in Brandenburg geboren, studierte in Dresden an der Hochschule für Bildende Künste Malerei und lebte viele Jahre in Neubrandenburg. Dann hat er im Datzetal das Haus einer alten Wassermühle in ein Refugium verwandelt, das jetzt, trotz beachtlicher Größe, der Bilderflut des unermüdlich arbeitenden Künstlers kaum standzuhalten vermag.

03.07. - 28.08.2010 | Helmut Senf | Akryl- und Emaillebilder

Ausstellung 03.07. - 28.08.2010 | Helmut Senf | Akryl- und Emaillebilder
Der Thüringer Helmut Senf, 1933 in Mühlhausen geboren, lebt seit 1994 bei uns im Norden, in Saßnitz. Sein Werk, konkrete Kunst im besten Sinne, findet internationale Anerkennung und ist in Sammlungen, Galerien und im öffentlichen Raum vertreten. Mit starkem Talent, gediegener handwerklicher und künstlerischer Ausbildung konnte sich unter der etwas seltsamen Rubrik Metallgestaltung, dem Kunsthandwerk zugeordnet und abseits abstruser Realismusforderungen, sein Werk entwickeln und entfalten. 

Der klaren, konsequent aus geometrischen Grundformen hergeleiteten Gestaltungsweise, egal ob es sich um Schmuck, Gefäße, Siebdruck, Malerei oder raumgreifende Plastik handelt, wohnt eine entwaffnende Monumentalität inne. 

In der Burg Klempenow werden vor allem Bilder und Modelle für Großplastiken gezeigt, die in ihrer zeichenhaften Abstraktion den Jahrhunderte alten Mauern Signale der Moderne entgegensetzen.

25.05. - 26.06.2010 | Hans-Otto Schmidt | Klang der Farbe - Kraft der Stille | Malerei

Ausstellung 25.05. - 26.06.2010 | Hans-Otto Schmidt | Klang der Farbe - Kraft der Stille | Malerei
Farben wie Musik. Mit Bedacht und großzügiger Eigenwilligkeit werden Flächen charakterisiert. Sie bestimmen Ordnung und Spannung auf der Leinwand. Von der Zauberkraft des Lichtes immer wieder fasziniert, erzeugt Hans-Otto Schmidt ein Leuchten und Schimmern in vielstimmiger Tonigkeit, die Intensität der Farbe steigernd oder besänftigend. Die unendlich vielen Möglichkeiten geben Anlass zu jedem weiteren neuen Bild. Das Nahe liegende, täglich Vertraute, befreit von überflüssigem Irgendwas, erfährt im Vorgang des Malens einen Wandel zur Kostbarkeit. Am Schluss steht ein einsamer Akkord.

25.05. - 26.06.2010 | Gesine Storck | Lithocollagen

Ausstellung 25.05. - 26.06.2010 | Gesine Storck | Lithocollagen
Bei der Vorbereitung der Ausstellung wurden diese Blätter, die man auch als Ergebnis einer Arbeitsetappe sehen kann, wiederentdeckt. Farbe unter dem weiten Himmel der Mongolei und in chinesischen Tempeln zu erleben, veränderte für die Bildhauerin alles. Seither untersucht sie die Wirkung der Farben zueinander, bei unterschiedlichem Licht und ihren Einfluss auf den Menschen. Wie verschmelzen die farbigen Fundstücke der Collagen, die scheinbar zufällig einander zugeordnet wurden zu einem Klang; wie erscheint das Orange so satt und das Blau wie finstere Nacht. – Heute kombiniert Gesine Storck gleichgroße Farbquadrate miteinander und beobachtet, wie sich die Farbwirkung in neuer Nachbarschaft verändert. Es entstehen sehr feine, ästhetische Blätter oder variabel zu besetzende Flächen, die zum Spielen einladen.

28.03. - 08.05.2010 | Saskia Wenzel | Lieben Rot und Grün den Strich....... | Malerei, Zeichnungen

Ausstellung 28.03. - 08.05.2010 | Saskia Wenzel | Lieben Rot und Grün den Strich....... | Malerei, Zeichnungen
Saskia Wenzel, 1965 geboren, hat an der Kunsthochschule Weißensee, bei Dieter Gantz, Dieter Goltzsche und Hans Vent studiert und dort ihr Diplom gemacht. Vermutlich war sie schon immer eine Malerin, eine Bilderfinderin, die Farbe und Licht souverän zur Auferstehung von Traum- und Geisterwelten miteinander verwoben hat. Kommerzialisierte und medialisierte Wirklichkeit holt sie zurück in ihre Welt. Die mit Leichtigkeit dahinfließende, fabulierende Linie versöhnt Flächen intensiver Farbigkeit miteinander. Der wütende Strich sprengt und zergliedert die Bildelemente, die oft als Metaphern für Unsagbares stehen. Sie spart keine Themen aus. Alles was einem Menschen in dieser Stadt Berlin ereilen, widerfahren kann, bringen ihre Bilder irgendwann an den Tag, nicht dokumentarisch gegenständlich, sondern es ist ein Frühlingshauch, beißender Gestank oder das mulmige Gefühl einer sich ausbreitenden Angst, die erinnert werden und sich in Bildern wiederfinden.

2009

19.09. - 19.10.2009 | Axel Heller | Das tote Tier | Fotografie

Ausstellung 19.09. - 19.10.2009 | Axel Heller | Das tote Tier | Fotografie
Den 1962 in Rostock geborenen Axel Heller hat die Suche nach einer ihm gemäßen Lebens- und Ausdrucksform zur künstlerischen Fotografie geführt, die untrennbar mit ausgiebigen Reiseerfahrungen verbunden ist. Er begreift das Reisen ganz ursprünglich; sich auf den Weg machen, sich mit Anstrengung und Offenheit einer unbekannten Kultur nähern. Als Fremder Unerwartetes zu erleben und zu bestehen, schärft sein soziales Empfinden. Seine große Lust am Neuen, Andersartigen, verbunden mit einer sensiblen Achtsamkeit an direkten Berührungspunkten, schaffen universelle Verbindungen in Raum und Zeit. Wollen, Können, Entdeckung kulminieren im Moment eines zarten Flügelschlags – vor seiner Fotografie, steht man beglückt und bestürzt zugleich, meint, dieses Universelle zu spüren. Ein Maß für Kunst und Leben, kristallklar und unausweichlich!

Das Tier, in seinen Werken scheint dicht mit den Menschen verbunden zu sein. Sie haben mit ihm gelebt, seine Fähigkeiten genutzt, es getötet und sie werden es verspeisen.

Glück für den, der seinen Hunger stillen kann! Das Tier wird nicht verniedlicht, dient keinem Liebesersatz und ist nicht Ergebnis industrieller Tierproduktion. Es ist einfach da und es ist tot.

08.08. - 13.09.2009 | Bernhard Misgajski | Ferrum | Bilder und Skulpturen in Stahl

Ausstellung 08.08. - 13.09.2009 | Bernhard Misgajski | Ferrum | Bilder und Skulpturen in Stahl
Aus Granit und Stahl sind die von Bernard Misgajski geschaffenen Konstruktionen. Abstrahierte Wirklichkeit oder tatsächlich freie Gestaltung; Bernard Misgajski erreicht durch starke Konzentration der Form auf das Einfachste und Ursprüngliche eine beeindruckende Klarheit, die in unserer überbordenden Welt des Konsums, in der sich viel Überflüssiges wichtig macht, eine Erholung der Sinne bewirkt. Diese werden wiederum herausgefordert und ihrer Sensibilität geschmeichelt, wenn man zum Beispiel das Rosten als einen schöpferischen Prozess der Verwandlung, des Erweichens, ja der Belebung einer starren, kalten Oberfläche begreift.

04.07. - 02.08.2009 | Karlheinz Wenzel | Aus vollen Laden | Arbeiten auf Papier

Ausstellung 04.07. - 02.08.2009 | Karlheinz Wenzel | Aus vollen Laden | Arbeiten auf Papier
Karlheinz Wenzels Malerei besticht durch einen virtuosen Umgang mit Farbklängen und Strukturen. Gegenstand, Atmosphäre und Emotionalität sind genauestens empfunden und teilen sich in ihrer Sinnlichkeit direkt dem Betrachter mit, der das Flimmern der Wüste, erdige Gewächshausschwüle, die Kraft des Sturms, der von See aus das Ufer zerpflückt, zu spüren meint oder sich daran erinnert, wie er von Gewittergüssen klatschnass über Pfützen springend nach Hause eilt. Das Erlebnis von Licht und Landschaft ist oft Ausgangspunkt einer genialen Bildfindung in der Fläche. Karl Hofers Worte treffen genau Wenzels Intention wenn er schreibt: „Es besteht für mich keinerlei prinzipieller Unterschied zwischen nichtgegenständlicher und gegenständlicher Darstellung. Für ein Bild, das nach den Gesetzen des bildnerischen Kontrapunktes geschaffen und empfunden ist, bleibt es gleichgültig, ob seine Gestaltung Objekte innerer oder äußerer Anschauung zum Vorwurf hat.“

23.05. - 28.06.2009 | Sabine Grundmann | Nichtsdestotrotz schweben die Vögel am Abend, so wie ich es träume | Textildesign

Ausstellung 23.05. - 28.06.2009 | Sabine Grundmann | Nichtsdestotrotz schweben die Vögel am Abend, so wie ich es träume | Textildesign
Die Galerie in der Burg Klempenow zeigt eine Ausstellung, die mit lichter Leichtigkeit zarter Umhüllungen die alten wehrhaften Räume zu neuer Lebendigkeit weckt und den Faden uralter Handwerkskunst weiter spinnt. Auf diese Weise stellt sie eine Verbindung zur Entstehungszeit der Burg im 13. Jahrhundert her. 

Sabine Grundmann, 1962 in Leipzig geboren, brachte die Liebe zur Buchbinderei und Weberei mit, ehe sie an der Hochschule für Kunst und Design Halle, Burg Giebichenstein Textilkunst studierte. Schon vor dem Diplom 1991 entdeckte sie die japanische Färbetechnik Shibori für sich und experimentiert seither mit unverdrossenem Erfindungsreichtum an der Weiterentwicklung von Färberei und Struktur. Ob farbenprächtige Objekte aus Pergament, große Kokons aus Weide, filigrane Schilde aus Flechtrohr oder transparente High-Tech-Stoffe; jedes spannende Material wurde auf seine künstlerische Verwendbarkeit getestet und in völlig neuer Form präsentiert. Die zauberhafte Umkleidung des Körpers ist eine logische Folge dieser intensiven Arbeit, ob mit schmetterlingszarten Stoffen, farbigen Plissees oder räumlich feiner Flechtkunst.

Ganz neu sind reduzierte traumhafte Tuschzeichnungen und ein Ausflug in die Raku-Keramik, wo die Wandelbarkeit der Glasuren und die Verformungen des Materials Verwandtschaft zur Shibori-Kunst ahnen lassen.

10.04. - 17.05 2009 | Bernhard Schrock | Die Dinge kehren an ihre Orte zurück | Malerei, Grafik

Ausstellung 10.04. - 17.05 2009 | Bernhard Schrock | Die Dinge kehren an ihre Orte zurück | Malerei, Grafik
Als sich Bernhard Schrock als Künstler zu behaupten begann, gaben ihm die Menschen, die mit ihren Tieren in seiner, seit seiner Kindheit vertrauten ländlichen Umgebung lebten, Impulse für die überzeugenden Arbeiten seiner frühen Zeit. Sie weisen über den unmittelbaren zeitlichen und thematischen Rahmen hinaus und beeindrucken spätestens in der Rückschau, nach der Veränderung herrschender gesellschaftlicher Strukturen, durch ihre Klarheit, Eigenständigkeit und Allgemeingültigkeit. Ein ergreifendes Hell/ Dunkel, die Spannung der Linie zur Bezeichnung des Raums und der tiefe Klang erdschwerer Farbreduzierung kennzeichnen sie.

Seine Bildkompositionen werden mehr und mehr durch einen Rhythmus bestimmt, der an die Strenge Bachscher Fugen erinnert oder Grundlage für freie Improvisationen bietet. Farbe, Licht und Bewegung werden selbst zum Bildgegenstand und geben ihm expressive Kraft.

Folgt man wie Bernhard Schrock den Texten von O. Paz und L. Cernuda findet man sich vor Abgründen des Daseins. Schrock sucht diesen Angriff auf die Grenzen dessen, was wir fühlen wollen, im Bild zu begegnen, eine Balance zu finden, ohne zu verharmlosen. All seine Erfahrungen fließen hier ein. Es erstarren die erschrocken vibrierende Linie, der schrille Kontrast. Unaufhaltsam das schweigende Versacken des Gegenstands in haltloser Fläche.

In seinen neuen Arbeiten kombiniert er zeichnerisch Gebautes mit der Collage und einer Farbästhetik, die dem Besucher seiner Ausstellung in der Burg Klempenow Anregung und Genuss verspricht.